Wie lehrt man?

Platons Sokrates und Rousseau (in Emile) sind davon ausgegangen, dass man dem Lernenden die Möglichkeit eröffnen sollte, sich neues Wissen zu verschaffen (”Wissen kostruieren” würde J-P Martin es nennen).

Dafür muss insbesondere Platons fiktiver Sokrates immer wieder den Hochmut der Unwissenden überwinden, damit sie entdecken können, was es für sie zu lernen gibt.

Lehren bedeutet nicht, den Lernenden mit “Wissen” zu bedienen, sondern ihm den Weg zu eröffnen, sich Wissen zu verschaffen.

Im Zusammenhang mit der Wikipedia bedeutet das für mich: Ich würde Lernenden nicht die Wikipedia empfehlen, denn Erleichterungen sprechen sich sowieso rasch herum. Aber ich würde jedem Lernenden empfehlen, für Wikipedia zu schreiben zu versuchen, denn dabei ist die Chance groß, dass er Wissenslücken entdeckt, bei sich und in der Wikipedia. Und dass er dann versucht, sie zu schließen. (Wenn er lernfähig bleibt, wird er ein Leben leben lang damit beschäftigt sein. Aber natürlich braucht es dafür nicht die Wikipedia.)

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Eine Antwort zu „Wie lehrt man?“

  1. itari sagt:

    Da du mir schon in meinem Blog dazu was kommentiert hast, mach ich das auch mal zurück ;) .

    Meine Begeisterung für das ‘Bedienen’ der Lernenden durch die Lehrenden ist ausschließlich durch den völlig alltäglichen Servicegedanken geprägt: Wer Geld fürs Lehren bekommt, soll auch seine Lerner gut bedienen. Ob mit Wissen, als Vorbild oder durch anderen Geschichten (hängt ja stark von der Methode und Vorliebe ab), ist nicht wirklich wichtig. Ich hab nur was gegen Lehrende, die meinen, wenn sie was von sich geben, würde das alleine schon reichen. Fürs “Ankommen”, so meinen sie oft, sind sie nicht mehr zuständig. Insofern sind wir auch beide wahrscheinlich der gleichen Meinung, dass das “Bedienen mit Wissen” für sich gesehen nicht ausreicht, sondern die Verantwortung für das Lernen der Lerner auch ein wenig bei den Lehrenden liegt. Vielleicht drückt sich das noch stärker in der Aussage aus: Die Lehrenden sollten für den Lernerfolg der Lernenden bezahlt werden. Wer es also schafft, viele Schüler “sehr gut” durchs Abi zu schleusen bzw. viele Studis durchs Examen, der darf auch richtig gut verdienen.

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