Baader-Meinhof

Mit atemberaubender Genauigkeit und akribisch recherchierten Details rekonstruieren sie die Geschehnisse des dramatischsten deutschen Nachkriegsjahrzehnts von 1967 bis 1977 – und schaffen so eine visuell bestechende Illustration der Geschichte. Mehr nicht.

Mehr nicht, lieber Spiegel? Gerade weil es genau recherchiert war und kein Guido-Knopp-Gewäsch ohne Basis in sauberer Darstellung hat mir Stefan Austs Buch so gut gefallen.

Ich werde zwar vermutlich nicht in den Film gehen, weil ich das Buch schon kenne und die recht brauchbaren früheren Dokumentationen zu dem Thema. Aber wenn er sich an das Buch hält und so „bestechende Illustration der Geschichte“ liefert, leistet er das, was für viele der Geschichtsunterricht nicht geleistet hat und weshalb sie nicht zu Geschichtsinteresse und einem angeleiteten Urteil gekommen sind.

Gerhart Baum, den ich sehr schätze (in der FDP waren mal Politiker von Rang aktiv), schreibt in der ZEIT vom 18.9. (S.49/50) allerlei Lesenswertes darüber, was im Zusammenhang mit dem Baader-Meinhof-Komplex auch bedacht und gesagt werden sollte,  freilich sagt er nicht, wie das in den Fim eingebaut werden soll.

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3 Antworten to “Baader-Meinhof”

  1. Sonja Says:

    Ich habe hierzu noch eine gute und interessante Diskussion mit Stefan Aust, Arnulf Baring, Nadja Uhl und Gabriela Sperl über den derzeitigen Vergangenheitsboom gefunden: Das Historische Quartett

  2. apanat Says:

    Ich danke für den Tipp. Es war mir wirklich interessant.
    Allerdings braucht man wohl nicht unbedingt weiterzulesen, da das Gespräch schon recht rasch verflacht.

  3. Anntheres Says:

    Hier kochen auch bei mir wieder Erinnerungen hoch. Die Stunden, die man gebannt durch die Ereignisse am Fernseher saß und es nachverfolgte.
    Aber auch die unmittelbare Gefahr, die auch meinen Mann in dieser Zeit betraf. Als einzelner Beamter kontrollierte er in der Nacht ein Fahrzeug. Später stellte sich heraus, dass es RAF-Mitglieder waren. Sie verhielten sich unauffällig – in dem Moment ihr Glück – und das Glück des Beamten.
    Wenn sie gewollt hätten, wäre es nicht so ausgegangen.

    Anntheres

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