Zwar Methode, aber doch Wahnsinn

Die Kalkulation dieser Wirtschaftsfachleute ist aufgegangen. Sie haben hunderte von Millionen in ihren privaten Taschen untergebracht, ohne dass ihnen Einhalt geboten worden wäre. Selbst jetzt, wo sie ziemlich offen zugeben, dass natürlich das Bankensystem Geld an sich gerissen hat, das nirgendwo erwirtschaftet worden ist, wird nur zaghaft davon gesprochen, dass für eine solche Art des Betrugs die Belohnung nicht unbedingt aus dreistelligen Millionenbeträgen bestehen muss.
Das ist zwar technisch erfolgreich durchgeführt worden. Wie wir politische Prozesse kennen, wird es nicht gelingen, die Milliarden von Euro, die durch Betrug als Gehaltszahlungen eingenommen worden sind, wieder für die Allgemeinheit zurück zu holen.
Aber wenn das Einkommen erst einmal bei zweitstelligen Millionenbeträgen liegt, dient seine Vermehrung ja gar nicht mehr einem vermehrten Konsum, sondern es dient für den, der es bezieht, primär der Steigerung des Ansehens.
Sie hätten in Luxus leben können und das bei ungeschmälerter Anerkennung. Darum haben sie sich gebracht. Auch das kumpelhafte „Wir machen’s ja alle. Warum sind die denn so blöd, darauf reinzufallen. Uns kann keiner.“ kann sie nicht mehr vor Gewissensbissen schützen. Das einzige, was sie davor schützen kann, ist Wahnsinn.
Oder sollte man vielleicht Betrug besser als eine Suchtkrankheit bezeichnen, der jeder Manager verfallen muss, wenn ihm nicht früh genug eine Entziehungskur verordnet wird?

Freilich, schon Shakespeare wies darauf hin, dass man manche Personen nicht treffender charakterisieren kann, als sie selbst es tun. „Peanuts“ sagte Hilmar Kopper, der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank über 50 Millionen Mark. „Peanuts“ haben sie bekommen – vielleicht mancher auch etwas reichlich – und haben dafür die Menschheit in die Krise getrieben. Mit Methode.

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Eine Antwort to “Zwar Methode, aber doch Wahnsinn”

  1. Wachstum « Apanat’s Weblog Says:

    […] Dass diese Aussage mich angesprochen hat, kann man verstehen, wenn man weiß, dass ich mich im September 2008 auch auf Shakespeares Rede vom Wahnsinn mit Methode bezogen habe, als ich von den Managern sprach, […]

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