Wirtschaftsdiktatur

Spiegel online titelt „Die ganze Welt hofft auf die zweite Abstimmung“ und verweist auf Politiker und „Notenbanker“ rund um die Welt.

Es ist kaum anzunehmen, dass die Bevölkerung in Bagladesh und Myanmar schon etwas über die Bedeutung dieser Abstimmung weiß. Aber auch ich sehe dieser Abstimmung eher gleichmütig entgegen. Natürlich will ich mit Politikern und Notenbankern die Wirtschaftskrise vermieden sehen, die entstehen, wenn man das „Schmiermittel“ Geld nicht reichlich genug für die bereit hält, die Nutznießer des wirtschaftlichen Wahnsinns unregulierter Finanzmärkte waren (und vermutlich auch über eine zweite tiefe Weltwirtschaftskrise hin auch in der Mehrzahl bleiben werden). Aber warum müssen in diesem System ständig die Reichen vor Risiken geschützt werden, indem man die Armen noch ärmer macht? Haben die Repräsentanten der Demokratie wirklich schon keine Möglichkeit mehr, erfolgreich gegen die Wirtschaftsdiktatur aufzubegehren?

Könnte nicht ein heilsamer Schock endlich aufrütteln und zum Handeln auch in der ökologischen Krise bereit machen? Mein Sohn hat schon vor Jahren darauf gesetzt, dass die Menschheit spätestens durch einen Schock vor dem irreversiblen ökologischen Zusammenbruch lernen werde. Ist der Zeitpunkt bereits da?

Aber im Grunde glaube ich nicht daran, dass die US-Abgeordneten auch angesichts der drohenden katastrophalen wirtschaftlichen Entwicklung, die ihnen die Börse in den nächsten Tagen ankündigen wird, hart bleiben.So dass ich eher mit resigniertem Gleichmut eine weitere Verfestigung der Wirtschaftsdiktatur erwarte.

Aber ich hoffe dennoch. Eine kleine Hoffnung bleibt mir doch, dass die Abgeordneten – ähnlich wie der Internationale Währungsfonds es mit Entwicklungsländern in der Krise tut – ihre Regierung verpflichten, die zur Verhinderung einer zweiten Krise dieser Art notwendigen Finanzkontrollen einzubauen und sie so zum Kampf gegen die Wirtschaftsdiktatur verplichten, bevor sie sich auf den Kredit einlassen.

Wer weiß freilich, ob die Börse bis dahin noch mit 700 Milliarden zufrieden ist?

Schlagwörter: , , , ,

2 Antworten to “Wirtschaftsdiktatur”

  1. Antonie Says:

    Ja, – natürlich beobachten wir mit Sorge, was da geschieht… Eigentlich schon seit langem vorhersehbar, aber alle Warnungen werden von Banken und von der Wirtschaft in den Wind geschlagen… Es muss immer noch mehr Umsatz, noch mehr Gewinn werden, die Arbeitnehmer die dabei auf der Strecke bleiben, interessiert niemanden von diesen Bossen.
    Es kann doch nicht sein, dass Manager ganze Unternehmen vor die Wand fahren und dafür nicht bestraft werden. Ein Einzelunternehmer geht bei Fehlentscheidungen mit seinen Leuten unter – die großen Manager ziehen weiter zum nächsten Unternehmen und richten dieses ebenfalls zu Grunde…
    Ich habe diese Machenschaften sogar in mittelständischen Unternehmen miterlebt. Die Gier treibt zu menschenverachtendem Handeln, egal ob christlich oder nicht.
    Ackermann ist für mich ein Sinnbild der Selbstüberschätzung der Riege der Manager geworden. Alles hat sich an Amerika orientiert und die Quittung erhalten wir jetzt…

    Anntheres

  2. Maßnahmen zur Bewältigung von Finanzkrise und drohender Depression « Apanat’s Weblog Says:

    […] Konkretes zur Kontrollierung der Finanzinstitute beschlossen und zählt eigene Forderungen auf. Meiner Meinung nach hätte der US-Kongress schon die ersten Hilfsmaßnahmen für Banken nicht durchgehen lassen sollen, […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: