Twitter – Pro und Kontra

Ich habe hier schon einiges zu Twitter gesagt.
Inzwischen gibt es einen schönen Blogeintrag von csspannagel, wo die Frage intensiv im Dialog behandelt wird und außerdem in lesenswerten Kommentaren auch auf das Problem von „Informationsflut“ und Informationsverarbeitung allgemein ausgeweitet wird.
Dabei wird Frank Hartmann zitiert:

Es wird hier neue Möglichkeiten geben, Informationen zu selektieren, Wissen zu bilden und Wissen auch zu kontextualisieren. Der Begriff des Kontextes ist hier wichtig.

Dazu: Wichtig ist mir, dass ich Informationsangebote, bei denen es mir nicht gelingt, sinnvoll zu filtern nicht nutze. Was nutzt mir ein Filter, den es erst in Zukunft gibt.
Aber neben Goethe, Clausewitz und Marx, die immer wieder zu lesen sich lohnt, probiere ich auch mal etwas Kracht oder Robert Basic, die mir gelegentlich Anregendes vermitteln.
J-P. Martin meint in der Diskussion: „… in diesem enormen Wust von Twitter-Interaktionen kann ich untergehen. Ich kann aber auch die Geduld haben zu warten, bis ein Impuls emergiert, der in keinem anderen Kontext emergiert wäre […] Warten muss man allerdings und Geduld haben.“ Dabei geht er davon aus, dass er anstößt und auf Ergebnisse wartet, weniger davon, dass er angeregt werden will. (Jedenfalls vermute ich das. Stimmt’s?)
Ergänzung vom 10.3.09:
Inzwischen hat Robert Basic sich zum Unterschied von Blogs und Twitter geäußert. Meiner Meinung nach hat er fast nur Selbstverständlichkeiten geäußert, aber die vielfältigen darauf folgenden Kommentare geben ein recht differenziertes Bild. Fazit: Basics Blog ist zu Recht so beliebt. Selbst wenn ein Beitrag mal nicht soo stark ausfällt, lohnt sich die Lektüre wegen der Kommentare.
Und wenn ich schon damit angefangen habe, hier noch der Hinweis auf die kleine Eintragsserie zu Twitter von web writing magazin, die ebenfalls häufig kommentiert wurde.
weiterer Nachtrag: Martin schreibt über die Chancen, mit Twitter die Kooperationsbereitschaft von Personen einzuschätzen. Meine Antwort findet sich dort.
Langsam ist Zeit für einen Artikel zu Twitter im ZUM-Wiki. Warum schreibt ihn nur keiner? (Wir alle twittern stattdessen ;-))
Zusatz vom 9.3.2010:
Inzwischen har Robert Basic interessante Überlegungen über die Zukunftsaussichten von Twitter angestellt, die ich für recht realistisch halte: Die Idee der Kurznachrichten ist von anderen Diensten aufgegriffen worden. Auf die Dauer wird sich ein Dienst durchsetzen, der mehrere Elemente der Vernetzung miteinander verbindet.

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5 Antworten to “Twitter – Pro und Kontra”

  1. Itari Says:

    Ach diese Kopfmenschen immer. Und liest auch noch Marx gerne. Und kann sich nicht entscheiden, dem Sinn auch Unsinn abzugewinnen. Es gibt doch nichts auf dieser Welt, das von Menschen gemacht und gedacht worden ist, was einen Sinn hat *gg* – nur der Glaube an einen Sinn stiftet den Sinn. Wer allerdings nicht glaubt, weiß (!), dass nichts, aber auch gar nichts, Sinn macht *gg*. Auch Twittern nicht. Und da helfen auch keine Filter (ist das die Querverbindung zur kognitiven Lerntheorie??? oder glaubt du auch daran, dass nur Wiederholungen in unserem Gehirn das Gefühl der Kenntnis vermittelt, so wie es die Gehirnpäpste vermitteln??? Wie war das noch mal mit den Gebetsmühlen *gg*).

    Also hier auch noch einmal das Plädoyer für den Bauch: Solange jemanden das Twittern Spaß macht, soll er es betreiben. Sobald es aber einen Druck erzeugt, sich dem Twittern verpflichtet zu fühlen, wird es kritisch. Und da sollte dann auch keine Sinnstiftung die Qual verlängern.

    Das Randproblem mag sich jetzt noch ein wenig in die Mitte schieben … was macht man in Gegenwart und Zukunft mit Menschen, die mitten im Satz unterbrechen und eine Antwort auf einen Tweed in ihr iPhone hacken? Passiert mir seit ein paar Wochen immer häufiger? Gewöhnt habe ich mich schon daran, dass meine Zuhörer sich bereits während eines Vortrags per Twitter in heftiger Diskussion befinden … ich überlege, ob ich nicht einen zweiten Projektor anschaffe, der die Tweeds über mich für alle lesbar an die Wand wirft …

    Itari

  2. cspannagel Says:

    @Itari Tweets an die Wand werfen: Genau das wird zum Beispiel auf manchen BarCamps gemacht. Das halte ich für eine sehr gute Methode, die Diskussionen, die normalerweise mit dem Nachbarn flüsternd geführt werden, zu öffnen und produktiv in Vorträge einbinden zu können. Wenn Fragen auftauchen und getwittert werden, kann sie vielleicht jemand anders im Raum (oder auch nicht im Raum) beantworten. Wenn nicht, kann man den Vortragenden auf die Frage aufmerksam machen. Find ich klasse.

  3. apanat Says:

    @itari: Marx gerne lesen. Bin doch kein Ästhet. Er ist bloß immer wieder aktuell. (Übrigens Freudsche Fehlleistung, Freud wegzulassen.)
    Danke für den Kommentar!
    @csspannagel: Tweets an der Wand. – Bei gewissen Fernsehdiskussionen oder bei Vortragenden, die Fragen ausweichen, indem sie so viele sammeln lassen, dass nicht mehr auffällt, welcher sie ausweichen, fände ich es großartig.
    Wenn sie gut reden können, aber es nicht vertragen könnten die geteilte Aufmerksamkeit des Publikums zu haben, fände ich es schade.
    „Herr Abgeordneter, gestatten Sie eine Zwischenfrage?“ war nur bei Strauß/Wehner/Schmidt regelmäßig die Unterbrechung wert.

  4. Jean-Pol Martin Says:

    @apanat
    „Dabei geht er davon aus, dass er anstößt und auf Ergebnisse wartet, weniger davon, dass er angeregt werden will. (Jedenfalls vermute ich das. Stimmt’s?)“
    – Beides. Manchmal möchte man das Twitter-Gehirn anregen (perturbieren), manchmal hat man selbst wenige Ideen, die man einspeisen könnte und freut sich auf Impulse von von Twitter-Partnern.

  5. Jean-Pol Martin Says:

    Zu diesem Thema gab es vor einigen Wochen einen großen Artikel in Newsweek. Allerdings stand nicht die Frage im Vordergrund, ob Ulli twittern soll, sondern ob Obama seinen Blackburry anhaben darf auch bei wichtigen Sitzungen:
    http://www.newsweek.com/id/183719

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