Kultur des Miteinander

Im Zusammenhang mit dem Amoklauf wird immer wieder eine Kultur des Hinschauens gefordert.
Wichtig ist die Kultur, um dem Passers-by-Syndrom zu entkommen. Bei Mobbing und Gewalt im öffentlichen Raum müssen wir hinschauen und sollen wir, sofern es ohne Lebensgefahr möglich ist, auch unsere Missbilligung ausdrücken.
Bei stillen, zurückgezogenen Personen kann es aber nicht die richtige Strategie sein, wenn jeder aus dem Umfeld, der sich dazu berufen fühlt, versucht, in ihr Innerstes zu dringen.
Was diese Menschen brauchen, ist das Gefühl, dass sie akzeptiert sind und dass sie nicht sofort sanktioniert werden, wenn etwas anders reagieren als ihr Umfeld. Dies Gefühl brauchen wir freilich alle. Und sicherzustellen, dass möglichst viele möglichst oft das Gefühl haben, dafür gibt es Formen des gesellschaftlichen Umgangs, aber auch den privaten Raum, Familie und Freunde.
Wenn beides fehlt oder versagt, bedarf es Auffanghilfen, nicht nur für potentielle Amokläufer. Auch für Selbstmordgefährdete, Ritzerrinnen, Drogengefährdete, Süchtige aller Arten. Dass wir statt dessen im sozialen Bereich Arbeitsplätze abgebaut haben, dafür aber im Bankengeschäft eine Menge zusätzlicher „Produkte“ geschaffen haben, die zu produzieren und zu handeln die Beschäftigung hochdotierter Fachkräfte ermöglicht hat, hat sich inzwischen vermutlich schon herumgesprochen.

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