Wachstum

Bei der Diskussion um die Agenda 2010 im 2002 und 2003 wurde das Gespenst einer Gefährdung Deutschlands beschworen, wenn es nicht gelänge, zwei bis drei Milliarden Sozialkosten zu sparen.
Inzwischen werden in wenig Tagen 500 Milliarden Euro bewilligt, um Banken zu stützen, deren Beitrag zum Ganzen darin bestand, das Gesamtsystem in die Krise zu steuern. Man erkennt an dieser Summe übrigens, dass das Wachstum ohne Obergrenzen nicht nur eine
abstrakte Vorstellung darstellt, sondern ungehindert politisches Alltagshandeln bestimmt.
Ist es Wahnsinn, so hat es, mit Shakespeare zu reden, doch Methode. Und hat es Methode, so bleibt es dennoch Wahnsinn.

So schreibt Bernhard Taureck in seinem heutigen Beitrag für den Süddeutschen Rundfunk „Wachstum über alles – die Karriere eine Metapher
Dass diese Aussage mich angesprochen hat, kann man verstehen, wenn man weiß, dass ich mich im September 2008 auch auf Shakespeares Rede vom Wahnsinn mit Methode bezogen habe, als ich von den Managern sprach, die uns in die Finanzkrise geführt haben, und dass das Wort Wahnsinn mir in dem Kontext wiederholt eingefallen ist.
Grenzenloses Wachstum führt zu totalem Zusammenbruch. Darauf habe ich hier ebenfalls wiederholt hingewiesen.
Taureck Überlegungen stehen aber im Kontext längeren philosophischen Nachdenkens über die Wirkung von Metaphern. (B. Taureck: Metaphern und Gleichnisse in der Philosophie, Frankfurt/Main: Suhrkamp 2004). Deshalb lohnt es, seinen vollständigen Aufsatz nachzulesen.

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