Zensurursula, Twitter, Piratenpartei und die Bildung

Jean-Pol Martin berichtet von der

Vorstellung, dass “die Bildungskompetenz schrittweise von den etablierten Institutionen auf die Online-Communities übertragen wird”. Anders ausgedrückt: die Communities vermitteln technisches Wissen und gleichzeitig auch Allgemeinwissen und Werte, und machen damit Konkurrenz zu den etablierten Bildungsinstitutionen

Ehrlich gesagt, so irrsinnig viel Kompetenz – Ausnahmen bestätigen die Regel – sehe ich bei den Communitys (die deutsche Sprache sollte ihre eigenen Regeln behalten, vgl. Dieter E. Zimmer) nicht unbedingt. Dass man Internetkontakte an die Stelle von Blick- und Umfeldkontakten setzt, wird dem Einzelnen nur im Ausnahmefall helfen. Mediation über Internet ist ähnlich hilfreich wie Eliza als Therapeutin. (Wie soll herüberkommen, dass der andere mir zuhört, dass er mich ernst nimmt, mich versteht, dass er aber genauso meinen Streitpartner ernst nimmt und versteht? Wie soll das Verstehen vom Vermittler auf die Streitpartner übergehen, wenn nicht in einem Raum, wo man fühlt, wie der andere zu einem steht?) Womit ich nichts gegen das Schiedsgericht der Wikipedia gesagt haben will. Aber Kinder und Jugendliche brauchen den persönlichen Kontakt, und vornehmlich dafür braucht auch derjenige, der sie stärken will, Kompetenz.

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2 Antworten to “Zensurursula, Twitter, Piratenpartei und die Bildung”

  1. Boomel Says:

    Der persönliche Kontakt, das sehen , „spüren“ und fühlen ist extrem wichtig, gar keine Frage . Aber die Realität wird immer mehr durch eine virtuelle Realität „ergänzt“. Dadurch entsteht eine Art Vakuum im vermitteln von Wissen und Erfahrung welches derzeit durch viele verschieden geartete Communities aufgefangen wird (gut wie schlecht)

    Beispiel:

    Mein kleiner online gaming clan (ja Killserspiele 🙂 ), hier geht es oftmals nicht nur um das amokfördernde (Vorsicht Sarkasmus) einstudierte Töten von Pixeln (Menschen gibts da nicht), sondern um Probleme in Schule, Job, Liebe und Familie. Dort wird man aufgefangen und wieder aufgerichtet das das Leben lebenswert ist und auch nach einem schlimmen Erlebsnis weitergeht.

    Genauso wie in der offline Welt bei einem guten Freund und Freundeskreis.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich hier die Zukunft entwickelt. Auf jeden Fall dürfte sich der Lehrer auch als online-Mentor erkennen, das wäre das effektivste um auf die neuen Medien zu reagieren. Diese Kompetenzen kommen mit der aktuellen Generation Lehrer auf jeden Fall 🙂

    PS.: normal schreibe ich nur noch minuskel 🙂

  2. apanat Says:

    Einverstanden. Man muss bei denen sein, denen man sich zuwenden will. Janusz Korczak ist mit seinen Kindern ins Konzentrationslager gegangen. http://de.wikipedia.org/wiki/Janusz_Korczak

    Ich meinerseits bin nicht stolz darauf, dass ich als Pädagoge mehr und mehr ins Internet abgewandert bin. Ich mache mir daraus aber auch kein schlechtes Gewissen. Jedoch:
    „Ob man […] den jungen Menschen von heute spezifische Fähigkeiten in Bezug auf die neue „Informationsgesellschaft“ vermitteln muss… da bin ich sehr skeptisch.“ Das schreibt mir jemand, der in der Informationsgesellschaft sozialisiert worden ist und mehr davon versteht als ich.

    Übrigens: Zimmer würde dir dringend anraten bei der durchgängigen Minuskel zu bleiben. (http://www.d-e-zimmer.de/HTML/unverbesserlichkeit2005.htm)

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