Archive for Juli 2009

Fotos aus dem Weißen Haus

12. Juli 2009
Taro Aso, der japanische Regierungschef im Gespräch mit Obama

Taro Aso, der japanische Regierungschef im Gespräch mit Obama

Die Fotos dürfen nicht verändert werden und nicht zur Reklame für Obama verwendet werden. Aber Obama im Vordergrund im Gespräch, Merkel neugierig, worüber die anderen sich wohl unterhalten, das Bild sendet eine Botschaft aus, die der Realität nicht zu entsprechen braucht.

Immerhin: die Führer zweier starker Wirtschaftsnationen sind im Gespräch, und keiner von ihnen ist ein Weißer. Das wird es in Zukunft häufiger geben.

Dies gehört zum Photostream, den das Weiße Haus bei Flickr einstellt.

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Volkswirtschaftlicher Schaden durch Vorurteile

7. Juli 2009

130 000 offene Stellen gibt es im Handwerk. Bei der Bundesanstalt für Arbeit sind 200 000 Handwerker gemeldet, die Arbeit suchen. Es gelingt der BfA aber nicht, sie zu vermitteln. Einer der Gründe ist das negative Image von Hartz-IV-Empfängern in der Öffentlichkeit, berichtet die Netzzeitung.

Obwohl viele der gemeldeten Handwerken noch vor wenigen Monaten sehr erfolgreich gearbeitet haben und nur wegen Schwierigkeiten ihres Betriebs ihren Arbeitsplatz verloren haben, zögern Betriebe, sie einzustellen.

Der volkswirtschaftliche besteht beileibe nicht nur in den Unterstützungszahlungen, die der öffentliche Sektor leisten muss, statt dass der Staat Steuern erhält, sondern auch darin, dass den Handwerksbetrieben Umsatz und Marktanteile wegbrechen, weil sie Aufträge nicht übernehmen können.

Nun unternimmt die BfA eine große Imagekampagne für die Hartz-IV-Empfänger. Das Geld hätte man sich sparen können, wenn man sie gar nicht erst schlecht gemacht hätte.

Blogger in der Zwickmühle

3. Juli 2009

Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, wie es (am 28.5.09 in der Zeit) behauptet wurde, hat jetzt der Blogger Stefan Niggemeier von zwei Seiten erfahren.

Zum einen wurde er angegriffen, weil er es nicht unmöglich mache, dass Kommentatoren bei ihm gesetzwidrige Sachen sagten. Als er das zu verhindern suchte, griff ihn der Datenschutz an, weil er IP-Adressen speichere, um unliebsame Kommentatoren aussperren zu können.

Er ist in der Zwickmühle.

Europäische Öffentlichkeit

3. Juli 2009

Die gegenwärtige Blogosphäre reicht für die heute notwendige politische Öffentlichkeit nicht aus; denn für die Begleitung der Arbeit des Europäischen Parlaments brauchen wir eine europäische Öffentlichkeit. Dazu gehört eine Diskussion über die nationalen Grenzen hinweg von Personen, die die europäische Gesamtsituation im Blick haben.

Die gegenwärtigen großen nationalen Zeitungen können das nicht leisten. Einzelne Blogger könnten es für bestimmte Bereiche, aber hier setzt oftmals die Sprachbarriere Schranken. So erreichen sie nicht, dass sie von einer breiten europäischen Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Das können nur europäische Zeitungen erreichen, die in mindestens drei Spachen erscheinen und wo schon die redaktionsinternen Diskussionen international geführt werden.

EKiD zur Finanz- und Wirtschaftskrise

2. Juli 2009

Die Nachdenkseiten bringen einen Kommentar von Franz Segbers zu der Stellungnahme der EKiD zur Finanz- und Wirtschaftskrise (Wort des Rates der EKD [PDF – 116 KB]). Ich kann verstehen, dass Andreas Müller die Stellungnahme kritischer beurteilt. Umso erfreulicher, dass er darauf aufmerksam macht.

Ich selbst war recht enttäuscht über das Lob der Manager und der Marktkräfte, die in der letzten Schrift der EKiD zu finden waren, und finde diese Stellungnahme einen Fortschritt. Für eine fundiertere Stellungnahme müsste ich mir den Text aber erst genauer ansehen.

Deutschland vor der Krise

2. Juli 2009

Ein paar Zahlen:
Das durchschnittliche Verhältnis von Forderungen zu Eigenkapital ist in den US-Banken 12:1, in britischen Banken 1:24, bei deutschen 1:52. (So die Zahlen der New York Times)
In den USA liegt die Zahl der Forderungen der Banken bei 50% des Bruttoinlandsprodukts. In der EU bei 330%. (Meine Quelle für die Zahlen: ZEIT v.2.7.09, S.19)
1931 meinten die Kommentatoren der Weltwirtschaftskrise, das Schlimmste sei vorbei. Es kam die Arbeitslosigkeit von 1932, die NSDAP vergrößerte ihren Stimmenanteil um ca. 100% und 1933 wurde Hitler Reichskanzler.
Zum Schutz vor diesen Gefahren hat der deutsche Gesetzgeber ein Kreditausweitungsverbot (Schuldenbremse) für die öffentliche Hand verfassungsmäßig festgeschrieben. Das ist nicht geeignet,Verständnis dafür zu wecken, was der Staat in der Krise wird tun müssen, um Schlimmeres zu verhindern.

Bericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich 2

1. Juli 2009

Während ich beim vorigen Eintrag auf die Prognose der BIZ hingewiesen und sie bewertet habe, betrachten die Nachdenkseiten vor allem die Sicht des BIZ-Berichts auf mögliche Verantwortliche der Finanzkrise.
Was als ein Blog zu völlig gemischten Themen startete, wird – wie ich inzwischen bemerke – mehr und mehr zu einem Blog, der Aspekte der Finanzkrise kommentiert. (Dennoch werde ich auf das Schlagwort nicht verzichten, denn es gibt ja auch andere Einträge hier.)