„Sklaven müssen sein, sonst wäre der Zucker zu teuer.“

Aristoteles hatte die Sklaverei noch anthropologisch begründet: Sklaven sind Menschen ohne eigenen Willen, also brauchen sie Befehle. Montesquieu begründete, wenn wir der Überlieferung trauen dürfen, Sklaverei ökonomisch.
Von heute aus gesehen erkennen wir freilich, dass das, was Montesquieu als Sachzwang ausgab, keiner war. Zu seiner Zeit war Zucker noch ein Luxusgut, trotz Sklaven. Heute müssen wir schon sehr gut aufpassen, wenn wir nicht mehr davon verbrauchen wollen, als uns gut tut.

Der Satz ermöglicht uns aber auch, heutige „Sachzwänge“ zu entlarven:
* Kinderarbeit muss sein, sonst wären Teppiche zu teuer.
* Atomstrom muss sein, sonst wäre Strom zu teuer.
*Biodiesel muss sein, denn Erdöl gibt es nur in beschränkter Menge.
* Wachstum muss sein, denn sonst gibt es Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosen verelenden.

Die Entlarvungen in Kurzform:
* Neue Techniken erlauben die Produktion besserer Qualitäten auch mit Maschinen.
* Sonnenenergie, intelligent genutzt, kann billiger werden als Atomstrom.
* Treibstoff lässt sich sparen.
* Ungeheure volkswirtschaftliche Verluste entstehen dadurch, dass Menschen nicht die Unterstützung erfahren, die sie brauchten:

Kinder, um zu lernen; Behinderte, um ihre Fähigkeiten zu entfalten (z.B. der Sänger Quasthoff); Alte und Kranke, um menschenwürdig leben zu können. Für diese Unterstützung braucht man Menschen, Arbeitskräfte. Diese Arbeitsplätze sind noch nicht geschaffen.

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