Wissenschaft als Mythos

Meiner Meinung nach vertreten die modernen Wissenschaften sowohl die Position Heraklits (ständiger Wandel) wie die des Parmenides (das Sein bleibt).
Zum einen verstehen wir uns heute als historisch. Wissenschaft und Technik verändern sich ständig. Wir haben deshalb ständig neue Situationen, aus denen heraus wir die Welt verstehen müssen. (z.B. hat sie sich durch das Internet stark verändert)
Andererseits vertreten die Physiker den Satz von der Erhaltung der Gesamtmenge von Materie und Energie. Zwar ist Materie nicht unvergänglich. Sie kann sich völlig in Energie verwandeln, aber die entstandene Energie entspricht genau der Menge der verwandelten Materie.
Andererseits kann aus Energie Materie entstehen. Die vielen Elmentarteilchen, die die Physiker erzeugen.
Das ist sozusagen reiner Parmenides.

Allerdings alle diese Kenntnisse haben wir nur aus zweiter Hand. Selbst Nobelpreisträge können über 99% dessen, was unser Weltwissen ausmacht, nicht überprüfen. Das heißt aber, dass diese Welterklärung praktisch Mythologie ist.
Wir können diese Mythologien nur daraufhin prüfen, ob sie uns hilfreich sind, nicht auf ihre Übereinstimmung mit der Wirklichkeit.

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2 Antworten to “Wissenschaft als Mythos”

  1. Herr Rau Says:

    Ich denke, der größte Teil unseres Wissens stammt aus zweiter Hand. Dass es in Afrika Zebras gibt, weiß ich nur vom Hörensagen. Dass es Afrika überhaupt gibt, ebenso. Und England? „Eine Verschwörung von Kartographen“, wie es bei Tom Stoppard heißt. (Ich glaube jedenfalls, dass es England war.) Und die Mondlandung? Auch getürkt.
    Aber ja, das ist Mythologie, nur geht die viel weiter als Atomphysik. Die Bestätigungsmöglichkeiten werden immer weniger, aber ich sehe die Grenzen als fließend.

    Womit wir bei Heraklit sind… in einem unterscheiden wir uns leider von Parmenides: Energie und Materie können beide nicht verloren gehen, sondern nur in einander umgewandelt werden, das ist richtig. Was aber bei verlorengeht… andersherum, was stetig zunimmt, ist die Entropie. Die ist tatsächlich global gesehen eine Einbahnstraße, und wenn der Zustand höchster Entropie erreicht ist, geht dann leider gar nichts mehr. Das Universum ist voller Energie/Masse, kann aber nichts mehr damit anfangen.

  2. apanat Says:

    So weit ich weiß, hat Parmenides nicht behauptet, dass es stets Veränderung gibt, sondern nur, dass das Sein ewig ist. Insofern würde die höchste Entropie besonders in sein Konzept passen.

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