Archive for April 2010

Naturkatastrophe, Umweltkatastrophe?

30. April 2010

Der Vulkanausbruch sei keine Naturkatastrophe gewesen, er sei ein normales Naturereignis gewesen, sagen die einen.

Die Ölpest im Golf von Mexiko sei eine Naturkatastrophe, sagen die anderen.

Verwirrung der Begriffe:

Natürlich ist ein Vulkanausbruch wie auf Island eine normale Naturerscheinung, nur wenn die Menschen sich so nah an ihn herantrauen oder ihre Verkehrsstruktur so davon abhängig machen, dass diese normalen Ereignisse nicht mehr eintreten dürfen, können sie zu einer menschlichen Katastrophe werden.

Im Golf von Mexiko ist Öl, das jahrmillionenlang unter dem Meeresgrund ruhte, mit einem unsicheren Prozess nach oben befördert worden. Der Prozess ist gestört worden. Jetzt fließt es ins Meer.

Das ist kein rein natürlicher Vorgang. Hier haben Menschen fehlerhaft eingegriffen und eine Umweltkatastrophe verursacht, die große Teile der für uns notwendigen Natur stören – und für Pflanzen, Tiere und uns gefährlich machen.

Gegen den Totalitarismus der FDP

20. April 2010

Karl Popper, der für eine liberale offene Gesellschaft kämpfte, formulierte:

„Ein systematischer Kampf gegen bestimmte Mißstände, gegen konkrete Formen der Ungerechtigkeit oder der Ausbeutung, gegen Leiden, die sich vermeiden lassen, wie etwa Armut und Arbeitslosigkeit, ein solcher Kampf ist etwas ganz anderes als der Versuch, eine auf dem Reißbrett entwickelte ideale Gesellschaft zu verwirklichen.“ (Elend des Historizismus, S.72/73)

Er müsste heute über das Elend des Liberalizismus schreiben, über die totalitäre Ideologie, zu der  – zumindest in der Führungsspitze der FDP – das liberale Gedankengut verkommen ist: Trotz wiederholter Beweise, dass die Begünstigung der Besserverdiener der Gesamtgesellschaft keinen Nutzen bringt, hält sie daran fest.

Wann findet die FDP zu der gesellschaftlichen Stückwerkstechnik zurück. Zu einer Technik, bei der jede Maßnahme auf unerwünschte Nebenwirkungen hin kontrolliert wird, um sicherzustellen, dass sie dem angestrebten Ziel dient?

Nachtrag: Hinweis auf FDP-Steuerpläne

Obamas neue Atomwaffenstrategie

7. April 2010

Das über 70 Seiten lange Strategiepapier (pdf) hat Obama persönlich mit redigiert. Es markiert einen Strategiewechsel: Die USA rücken davon ab, allen möglichen Gegnern mit einem Atomschlag zu drohen. Wer keine Atomwaffen besitzt und den Sperrvertrag einhält, dem soll kein Atomschlag mehr gelten dürfen. Der darf nur noch Atommächten oder Verweigerern einer Kontrolle nach dem Sperrvertrag dienen.

Diese Strategie wird freilich – naheliegenderweise – sehr unterschiedlich beurteilt. Den einen geht sie zu weit, den anderen ist sie viel zu halbherzig. Mehr dazu später.