Margot Käßmann

Heute habe ich ein Interview mit Käßmann gesehen, das sie 1999 zwischen ihrer Wahl und ihrem Amtsantritt als Bischöfin gegeben hat. Zum Kosovokrieg, der gerade beendet worden war, hat sie ganz deutlich gesagt, dass sie an keinen gerechten Krieg glaubt und dass sie lieber dadurch schuldig werden wolle, dass sie nicht zu den Waffen greife als dadurch, dass sie es tue.

Gefragt, was die wichtigsten Stationen in ihrem Leben gewesen seien, die sie zu dem gemacht hätten, was sie sei, nannte sie mit großem Engagement ihren Schüleraustausch in den USA, wo sie auf einem Ostküstengymnasium zu den Underdoge, zu den Schwarzen, den Stipendiaten gehört habe. Damals habe sie eine Arbeit über Martin Luther King geschrieben. Die zweite sei ihre Heirat gewesen, der Mut, eine Familie zu gründen, die dritte ihre Doktorarbeit. Dass sie den Doktor geschafft habe, habe sie mehr gewundert als jetzt ihre Wahl zur Bischöfin.

Gefragt, was – wenn sie in 10 Jahren wieder ein Interview zu geben habe – nicht passiert sein dürfe, meinte sie, dass sie den Spaß am Leben verloren hätte, eine Bodenständigkeit. Manche hätten ausgerechnet, sie könne bis 2024 noch Bischöfin sein. Daran glaube sie nicht, sie glaube, sie müsse später etwas anderes machen, werde eine spirituelle Erneuerung brauchen.

So schlimm das alkoholisierte Überfahren einer Ampel ist – es hätten dabei ja Leben beendet worden sein -, die auffallende Stimmigkeit ihrer Stellung zu Amt und Leben, dass sie im Amt so sehr noch geblieben ist, was sie vorher auszeichnete, imponiert.

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