Kleine Umschau

Anti-Amerikanismus: Dieselben Leute, die vorher davon gesprochen haben, geißeln jetzt die Obamania. Die Anhänger, die Obama zur Macht gebracht haben, sind jetzt von ihm enttäuscht.
Dabei dürfte doch klar sein: Wer und was in Deutschland abgelehnt wurde, das waren George W. Bush und sein Kurs des Alleingangs der USA ohne Rücksichtnahme auf die Notwendigkeiten internationaler Zusammenarbeit.
Die Aufgabe, die Obama vor sich sah, war eine ungeheure. Unmöglich, dass er sich überall hätte durchsetzen können. Inhaltlich kann man mit vielen Entscheidungen, die er trifft, unzufrieden sein. Aber es gelingt ihm gegen starke Gegenwehr auch in den Reihen, wieder mehr Handlungsalternativen zu öffnen. Eine Grundvoraussetzung für Politik.

Im Vergleich dazu die Situation Angela Merkels: War von Anfang an klar, gegen welche Widerstände Obama anzukämpfen haben würde, so sah für sie das Bild sehr viel rosiger aus. Und wenn man das Geschick beobachtet hatte, wie sie von einem unsozialen Wahlpogramm aus bei der Zusammenarbeit mit dem innenpolitischen Hauptgegner gegen den Widerstand in den eigenen Reihen stets handlungsfähig blieb und außenpolitisch im Sturm breite Anerkennung eroberte, legte es sich nahe, dass sie mit ihrem „Wunschpartner“ in für sie leichtere Fahrwasser steuern könnte. Doch die ungewöhnliche Zerstörung des Außenministerbonus durch das begabte Polittalent Westerwelle belehrte einen etwas Besseren. Für so unfähig, politische Notwendigkeiten zu erkennen, hätte man Westerwelle nicht gehalten.

Gegenwärtig kann man ihr nur wünschen, dass sie die Fallstricke, die ihr innerparteilich und international auf dem Wege zu einer besseren Kontrolle der Finanzmärkte gelegt sind, überwindet. Auch wenn man ihre politische Richtung ablehnt.

Gegenwärtig ist Obama ihr schon einen Schritt voraus, obwohl er ein ganes Jahr brauchte, seine Vorstellungen – weitgehend – durchzusetzen.

Rothemden: Bald wurde deutlich, die Mittlerrolle der Monarchie ist in Thailand verlorengegangen, allen Lobreden auf die sozial eingestellte, populäre Königstochter zum Trotz. Sonst bleibt – ohne genauere Analyse – das Kräftespiel in diesem uns so fern liegenden Land undurchschaubar.

Rot-rot-grün: Ähnlichkeit und Unterschiede zur hessischen Situation liegen auf der Hand. Es bleibt die Frage: Durchschaut Kraft die Personenkonstellation besser als Ypsilanti? Ich hoffe es, weil zu der gegenwärtigen Bundesregierung eine Alternative sichtbar werden muss, wenn der Weg aus Finanz- und Umweltkrise nicht noch weiter verbaut werden soll.

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