Horst Köhler

Horst Köhler hat die Spannung zwischen seiner menschlichen Einstellung und dem, was in der Politik geschah, nicht mehr ausgehalten. Sein Problem: er hat dazugelernt.
Er trat an als wirtschaftspolitischer Hardliner, der glaubte, die Menschen nur noch von dem richtigen Weg überzeugen zu müssen, so wie Ludwig Erhard es in seiner politischen Programmschrift „Wohlstand für alle“ (pdf) vertrat.
In dieser Zeit hat er erschreckende Positionen vertreten. In der Finanzkrise hat er gelernt, dass seine Überzeugungen nicht zureichend begründet waren und bewusst den Vorrang des Menschen vor Doktrinen vertreten. Das war in der Großen Koalition noch möglich.
Mit dem Auftreten Westerwelles als Bekämpfer der sozial Benachteiligten ließen sich Regierungspolitik und Köhlers neu gewonnene Position nicht mehr vereinen.
Der konkrete Anlass seines Rücktritts scheint mir so zu erklären: Er hat zu deutlich ausgesprochen, was man ihm als Wirtschaftler als die politische Essenz der Auslandseinsätze der Bundeswehr vorgestellt hat.
Dass man das nicht hätte kritisieren dürfen, konnte der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten nicht verlangen.
Horst Köhler hat zu viel gelernt, als dass er die Positionen der Bundesregierung überzeugend hätte vertreten können. Ihm fehlte die politische Statur, wie Richard von Weizsäcker eine eigene politische Linie zu entwickeln und bei aller präsidialen Zurückhaltung seine Kritik an Regierungs- und Parteipolitik, wenn notwendig, auszusprechen.
Er war überfordert. Aber wer ist es angesichts der Probleme, die Klima- und Finanzkrise die nahezu weltweite neoliberale Wirtschaftspolitik gebracht haben, nicht.
Köhlers Rücktrittserklärung
Merkels Warnung vor einer Krise aufgrund des Rücktritts

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Eine Antwort to “Horst Köhler”

  1. Maria Says:

    Jeder Politiker muss auch mit unangebrachter Kritik umgehen können. Letztendlich hat Horst Köhler ja nur etwas ausgesprochen, was nicht unbedingt falsch war, aber dennoch unter ein gewisses Verbot oder Tabu fällt. Er hätte einfach seine Aussage relativieren müssen. Der Schritt des Rücktritts ist aus meiner Sicht viel zu krass!

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