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Kirsten Heisig und Sarrazin

31. August 2010

Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig sah ein schweres ungelöstes Problem unserer Gesellschaft und zeigte einen Weg auf, der zur Lösung führen könnte, der aber schwer begehbar ist.
Thilo Sarrazin weist auf ein Problem hin, spitzt es zu und erweckt den Eindruck, es sei nur eine Frage des guten Willens, es anzupacken.
Die Reaktion der Öffentlichkeit: in beiden Fällen wird weniger über das Problem geredet als über die Person.

Richtig: Im Vergleich zu Kirsten Heisig macht Sarrazin es sich sehr leicht. Noch leichter aber macht es sich die veröffentlichte Meinung, wenn sie so tut, als würde das Problem der Integration von Jugendlichen, die einen schwereren Weg in die Gesellschaft haben als andere schon erfolgreich genug angegangen.
Gegenwärtig wird es ja selbst Leistungswilligen und Leistungsfähigen schwer gemacht, ihren Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten.
Es ist Zeit für ein „Ende der Geduld“ und kräftige Schritte in Richtung einer solidarischen Gesellschaft, wie sie – nicht nur von attac – seit vielen Jahren aufgezeigt werden.
Nachsatz:
Sarrazins Buch hat einen Artikel in der Wikipedia, Heisigs Buch noch nicht; über Heisig erschien ein Jahr vor ihrem Tod ein Artikel mit dem Titel: Warum Kirstin Heisig sich nicht frustrieren lässt.
Schön wär’s gewesen.
Dazu auch E. Misig und A. Nahles

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