„Das Restrisiko ist beherrschbar“ sagt die Bürgermeisterin

Es ist die Bürgermeisterin von Biblis, die am 27. März wiedergewählt werden will.

Die Hubschrauber- und Wasserwerferbesatzungen, die sich im Minutentakt ablösen, um nicht allzu sehr verstrahlt zu werden, die über 50 Freiwilligen, die sich der Strahlenkrankheit ausliefern, um der Menschheit eine schlimmere Erfahrung als die von Tschernobyl zu ersparen, sind also die glorreichen Beherrscher des Restrisikos. Bei allen havarierten Atomkraftwerken wird man bald rituelle Restrisikobeherrscherheldenfriedhöfe anlegen. „Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn“, der Restrisikobeherrrscher. Nur dass das Restrisiko auch nach seinem Tode noch Tausende von Jahren überlebt. Über 11000 Brennstäbe, lese ich, lagern in Fukushima.
Natürlich ist das alles Unsinn, denn Restrisiko ist ja gerade so definiert, dass es das Risiko ist, auf das man nicht vorbereitet ist.

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2 Antworten to “„Das Restrisiko ist beherrschbar“ sagt die Bürgermeisterin”

  1. ehrenpreis Says:

    Vielleicht haben ja die zuständigen Stellen im Bürgermeisteramt von Biblis unbeachtet von der Öffentlichkeit einen mächtigen Sockel Opferbeton unter dem Kraftwerkkeller gießen lassen, 100.000 Liquidatoren für den Bau des Betonmantels nach dem Unfall angeworben und eine Staffel strahlungsgeschützter Helikopter für die zwischenzeitliche Beregnungskühlung im Feuerwehrhaus stationiert.

    GAU wird oft missverstanden und gedeutet als der schlimmste Unfall der überhaupt passieren kann. In Wikipedia könnte man sich informieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Auslegungsst%C3%B6rfall

    Man sollte GAU so übersetzen: Größerer anzustrebender Unternehmensgewinn durch Nichtbeachtung von solchen Störfallmöglichkeiten, deren Berücksichtigung teuer und deren Nichtbeachtung von einer Bevölkerung akzeptiert wird, die wenig von der Sache versteht.

    Wer fest damit rechnet, bei einem Sturz mit dem Fahrrad immer auf dem Hintern zu landen, der kann das Geld für den Helm sparen.

  2. apanat Says:

    Besten Dank! Das Fahrradbeispiel gibt die Sache mit dem Auslegungsstörfall sehr schön wieder. Denn es ist der größte Störfall, den das Kraftwerk ohne großen Schaden für die Zivilbevölkerung verkraften kann, keinesfalls der größte, mit dem man rechnen muss.

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