Darf Kunst unverständlich oder gar abstoßend sein?

Kunst kann Menschen Erfahrungen und Flow-Erlebnisse ermöglichen, die weder über Wissenschaft noch über Philosophie erreichbar sind. Das gilt zwar besonders für Musik, aber auch für andere Künste. Wer Ausdrucksformen findet, die in seiner Zeit zunächst von niemandem, auch nicht von Künstlerkollegen verstanden werden, kann dazu beitragen, dass anderen Erfahrungen möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Der Prüfstein für Kunst liegt nicht in der Gegenwart.

Freilich, niemand sollte sich verpflichtet fühlen, etwas für Kunst zu halten, was nicht zu ihm spricht. Dass in der bildenden Kunst nicht selten Mittelmaß durch geschickte Vermarktung in ihrem Verkaufswert weit über Kunst steht, die neues Sehen, Fühlen und Denken ermöglicht, ist nicht erst eine Erfahrung des 20. und 21. Jahrhunderts.

Unverständliche, hermetische, Kunst ist nicht per se besser, aber auch nicht per se schlechter als leicht zugängliche. Doch auch was Milliarden von Menschen gefällt, ist nicht per se schlechter als das, was „die Menge gleich verhöhnet“.

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