Europa ist mehr als die Deutsche Bank

Was für Großbanken und Hedgefonds gut ist, ist noch lange nicht gut für die Länder, in denen sie ihren Firmensitz haben.

Wolfgang Kessler formuliert das in Publik Forum Nr.14 2011, S.26-29 nicht aus. Seine Lösungsvorschläge für die Eurokrise haben aber diese einfache Voraussetzung.

Die Politik der Bundesregierung freilich lässt spüren, dass sie sich stärker von den Banken abhängig fühlt als Obama von der republikanischen Mahrheit im Repräsentantenhaus.

Kesslers Forderungen:

  • Schuldenschnitt für Griechenland von 30% oder mehr
  • Finanztransaktionssteuer innerhalb der EU für einen Marshallplan für die europäischen Krisenländer
  • Euroanleihen, um Wucherzinsen für Krisenländer zu verhindern
  • Soziale Rahmenbedingungen, die die Folgen der Krise nicht allein den Ärmeren aufbürden.
  • Aufbau regionaler Währungen (d.h. bewusste Schaffung von regionalen Teilwirschaftszonen zur Verhinderung eines ständigen Globalwettbewers im Sinne von „Geiz ist geil“ zugunsten ökologischeren und sozal verträglicheren Wirtschaftens)

Zum Teil propagiere auch ich seit Jahren das, was Kessler hier vorträgt . Er hat aber mehr Fachkompetenz und hat seine Thesen spezifisch auf die gegenwärtige Eurokrise abgestimmt.

Noch einmal kurz gesagt:

Es geht darum an die Stelle eines Bankenförderungskonzeptes ein Konzept zur Förderun der europäischne Wirtschaft zu setzen, um nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und: Es mag zwar trotz rechtlicher Schranken unmöglich sein, Josef Ackermann als Ausichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank zu verhindern. Aber noch ist er nicht Aufsichtsratvorsitzender Europas. Und so sollte es auch bleiben.

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2 Antworten to “Europa ist mehr als die Deutsche Bank”

  1. ehrenpreis Says:

    „Es geht darum an die Stelle eines Bankenförderungskonzeptes ein Konzept zur Förderun der europäischne Wirtschaft zu setzen, um nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

    Täuscht mich der Eindruck, dass in den letzten Jahren noch jede Wirtschaftsfördermaßnahme ein profitables Geschäft für die Banken war? Unter den herrschenden Bedingungen ist staatliche Wirtschaftsförderung Bankenförderung – nicht mehr und nicht weniger.

  2. apanat Says:

    Mit leichter Einschränkung einverstanden. Doch macht es einen Unterschied, wie viel Opfer man der Bevölkerung auferlegt, um die Banken zu fördern. In Griechenland geht es so weit, dass man das Land in eine tiefe Rezession zu sparen droht, das nationale Erbe privatisiert usw..

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