Gerechtigkeit als Fairness (Rawls) oder Ethik gegen Fairness?

Wird Oscar Pistorius  durch seine Beinprothesen unfair gegenüber unbehinderten Sportlern bevorzugt?
Die Frankfurter Rundschau von heute sieht bei ihm einen Fall, wo „der ethische Aspekt den der sportlichen Fairness weitgehend verdrängte“.
Gleiches gleich, Ungleiches ungleich, nur wie ungleich?
Zweifellos: Bei seiner ersten Goldmedaille außerhalb des Behindertensports wäre das Grundsatzproblem unausweichlich.
Behinderte sind Ungleichheiten gewohnt und lassen ihn siegen, wenn sie nur selbst auch mitlaufen dürfen. Hochleistungssportler, die ihre Lebensplanung – ohne Not – auf den Sport abgestellt haben, werden das nicht tun.
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2 Antworten to “Gerechtigkeit als Fairness (Rawls) oder Ethik gegen Fairness?”

  1. treidelpfad Says:

    Ich fände es ethisch für sehr bedenklich, wenn mann alle Läufer verpflichten würde, sich ihre Beine amputieren zu lassen. Auch schon die Zulassung von Läufern zum Rennsport, die sich die Beine amputieren lassen, um die schnellen Unterschenkelprothesen nutzen zu können, sollten die zuständigen Organe durch ein engmaschiges Kontrollsystem abwehren.

    Sollten jedoch die Fußgänger ihre Pründe schützen müssen, dann sollen sie den Prothesenrenner ausschließen.

    Auch ist es ja vieleicht nicht jedem der Sportler angenehm daran erinnert zu werden, dass sein Sportlererfolg auch dem Umstand zu verdanken ist, dass er gesunde Beine hat.

    Man stelle sich mal die Diskuswerfer von Arno Breker im Olympiastadion in Berlin mit Beinprothesen vor!

    Ethik gegen Fairness?

    Sportliche Fairness würde bedeuten: ist doch prima, wenn einer unsere sportiven Ziele trotz unglücklicher Einschränkungen feiert und uns zeigt, er findet schnelles Rennen toll und deshalb trainiert er heftig und rennt im Wettkampf wie der Teufel.

    Die Ethiker haben damit natürlich ein Problem. Aber das kennen die schon, nämlich das Problem, den Benachteiligten zu erläutern, warum ihre Benachteiligung gerecht ist.

  2. apanat Says:

    Der Kommentator meint natürlich, dass die Ethik gebiete, dem Benachteiligten einen Ausgleich zu ermöglichen, und die Fairness Pistorius verbiete, mit einem technischen Hilfsmittel gegen Personen anzutreten, die dieses nicht haben.
    Mir erscheint interessant, dass hier Ethik gegen Fairness ins Spiel gebracht wird und umgekehrt.
    Der Läufer, der anhielt, um dem kurz vorm Ziel gestürzten Konkurrenten aufzuhelfen, hätte vermutlich auch gegen eine Prothese eines behinderten Mitkämpfers nicht protestiert. Dass er allerdings einen motorisierten Rollstuhlfahrer im Marathonlauf als fairen Konkurrenten angesehen hätte, braucht man nicht anzunehmen.

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