Kann Web 2.0 Lehrer überflüssig machen?

Die Lernspielwiese meint: nein. Sie begründet:

Vielmehr werden wir Mentoren, Facilitators, Lernbegleiter oder wie wir diese Menschen dann auch immer benennen mögen in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach noch um ein vielfaches mehr vonnöten haben. Die Perspektive dieser wird jedoch nicht (mehr primär) diejenige (zumindest nicht in dieser ausschließlichen Art und Weise) auf die Inhalte sein. Ihre Aufgabe wird sein, die jeweilige Lernerin, ihren Entwicklungsstand, ihr Potential, ihr Ziel in den Blick zu nehmen, und ihr über die eine oder andere Hürde hinwegzuhelfen, sie auf das eine oder andere geradezu draufzustoßen. Und Lehrende, die genau darin gut sind – so wünsche ich mir – (und davon gibt es jetzt schon einige), sollten in Zukunft mehr Wertschätzung erhalten.

Dazu kann man mit Brecht sagen:

„Kostbarkeiten zu verzollen?“ – „Keine.“
Und der Knabe, der den Ochsen führte, sprach: „Er hat gelehrt.“
Und so war auch das erklärt.

Doch das wäre zynisch. Die Medienkompetenz, die angeblich das einzige ist, was es noch zu lehren gibt, setzt ja alle früheren Kompetenzen des Wissenserwerbs und der Wissenspräsentation voraus.

Und wenn wir uns nicht ganz in Netzbeliebigkeit auflösen wollen, brauchen wir Lehrer und eine Gemeinschaft. Dass Lehrer in der Gemeinschaft sind, ist dabei nicht ausgeschlossen. Aber es braucht auch Vorbilder für die Starken. Martin Luther King hatte seine, Gandhi hatte seine.

Es gibt für uns noch so viel zu lernen, wenn wir verhindern wollen, dass wir an unseren Trillionen Geldeinheiten und Trillionen Energieeinheiten zugrunde gehen, weil die 99% es nicht schaffen die Vertreter des 1% zu zügeln.

An sich war dafür ja die Demokratie gedacht, …

„Die Occupy-Proteste docken nicht mehr an die nationale Politik an, weil man sich von dieser nicht mehr viel erwartet und weil man erlebt, wie ohnmächtig, orientierungslos und getrieben nationale Parlamente in der Finanzkrise agieren. Der internationale Protest fordert eine internationale Politik.“ So schreibt die Süddeutsche Zeitung dazu.

Tatsächlich könnte weltweite Zusammenarbeit auf Graswurzelniveau sich als effektiver als 25 internationale Konferenzen erweisen. Der Beweis steht freilich noch aus.

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