Forschung und Wikipedia

Das US-Wissenschaftsmagazin RNA Biology hat seine Autoren aufgefordert, Kurzfassungen ihrer Aufsätze in die Wikipedia einzustellen.
Interessant ist die Diskussion von Autoren dazu in Nature.
In der Tat, die Grenze zwischen “nur Publikation allgemein anerkannten Wissens” und “Publikation aktueller Forschung” wird hier nur formell eingehalten, insofern der Wikipediaartikel zunächst nur im Benutzernamensraum entsteht und erst nach Veröffentlichung des Artikels in den Artikelnamensraum verschoben wird.

Interessant ist an der Nature-Diskussion übrigens auch der folgende Beitrag :
“You scientists, I’m sure, will have a merry time on Wikipedia, so long as your scope of study remains restricted to things like nuclear RNAs found in nematodes. Because these subjects won’t capture the attention of the teenaged and still-in-college administrators who lord over content in more popular areas like music, video games, and politicians, you’ll imagine Wikipedia to be a delightful environment.” (Gregory Kohs)
Kurz gesagt: Für Wissenschaftler wird es in der Wikipedia schön sein, so lange sie nur Artikel für wenig besuchte Seiten schreiben; denn dann werden die Teenager-Administratoren, die noch aufs College gehen und die über die populäreren Bereiche herrschen, nicht darauf aufmerksam.

Ein interessantes Feld. Übrigens könnte es ernsthaft gefährlich werden, wenn Wissenschaftler dereinst nur noch gelesen würden, wenn sie auf einer von “Volksadministratoren” beherrschten Internetseite publizieren. Dann könnte eine gefährliche Verengung wissenschaftlicher Diskussion entstehen, so wie heute Forschung dadurch eingeengt wird, das als besonders wertvoll die Forschung gilt, die viele Drittmittel (finanzstarke Sponsoren) auf sich zieht.

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Eine Antwort to “Forschung und Wikipedia”

  1. Herr Rau Says:

    Sehr interessantes Thema und wirklich lesenswerte Kommentare bei Nature (http://www.nature.com/news/2008/081216/full/news.2008.1312.html). Ich bin für eine derartige Veröffentlichung. Ob Wikipedia oder Scholarpedia… aus den genannten Gründen vielleicht doch eher letzteres.

    Ein Kommentar möchte Information über wissenschaftliche Forschung unter Experten belassen, weil Laien das nur missinterpretieren würden. Ich denke aber, dass in Zeitungen und von öffentlichen Figuren genug missinterpretiert wird, so dass ein einfacher Zugang zu Originaltexten – oder abstracts davon – nur nutzen kann.

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