Archive for Februar 2014

J-P Martins Lernen und Lehren und Jacotots Konzept der intellektuellen Gleichheit

24. Februar 2014

Jacotot formulierte:
„Die Erklärung ist nicht nötig, um einer Verständnisunfähigkeit abzuhelfen. Diese Unfähigkeit ist im Gegenteil die strukturierende Fiktion der erklärenden Auffassung der Welt. Der Erklärende braucht den Unfähigen, nicht umgekehrt. Er ist es, der den Unfähigen als solchen schafft. Jemand etwas zu erklären, heißt ihm zuerst zu beweisen, dass er es nicht von sich aus verstehen kann.“

Für Martin braucht der Erklärende den Uninformierten, damit er sich selbst klarer darüber wird, was er verstanden hat. Bei ihm wird der Schüler zum Lehrer, um besser zu lernen. Dennoch braucht es den Organisator, der die Lehrenden beim Lehren durch didaktische Auswahl  und Beispiele von Lernprozessorganisation unterstützt.

Beide gehen vom Konzept der intellektuellen Gleichheit von Lernenden, Lehrern und Organisatoren aus.

Jacotot ist Hauptfigur in Jacques Rancières „Der unwissende Lehrmeister“.

„Der unwissende Lehrmeister“ ist ein 1987, weit vor dem Beginn Rancières deutscher Rezeption, in Paris publiziertes Buch, in dem die Gleichheit aller, das zentrale Motiv seines Denkens, am Beispiel der im frühen 19. Jahrhundert entwickelten pädagogischen Methode von Joseph Jacotot abgehandelt wird. Aufgrund der eigentlichen Gleichheit aller Intelligenzen, so dieser, kann es sich bei dem herkömmlichen Unterrichtssystem, das klar zwischen Lehrer und subordiniertem Schüler unterscheidet, nur um eines der Verdummung handeln. (Hannes Loichinger über Rancicière)

(Versuch einer Rekonstruktion der Anregungen von Franz und Jeanpol)

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Lehrerblog-Schau

23. Februar 2014

Es ist nicht so selbstverständlich, wie ein Lehrer, der schon einige Zeit lang bloggt, annimmt, dass jeder die Blogs kennt, die Lehrerfreund 2009 vorgestellt hat.

Freilich, wer sich hierher verirrt hat, kennt gewiss den Sieger der damaligen Umfrage, das Lehrerzimmer von Herrn Rau. Ob wirklich alle die (viel häufiger als meiner gelesenen) Blogs von Frau Freitag und Fräulein Krise kennen, bin ich mir schon nicht mehr so sicher, weil diese interessanten Blogs einem etwas anderen Genre angehören.

Der damalige Zweite niemehrschule hat offenbar am 9.7.2012 aufgehört und der damalige „Säugling“ (Blogs, die 2007/8 gegründet wurden) , Herr Larbig, ist inzwischen weit erwachsener als mein Blog „Fontanefan„, der zu den „Etablierten“ (2006 gegründeten) Blogs gerechnet wurde.

Die 2001 bis 2005 gegründeten Blogs hießen damals bei Lehrerfreund die „Veteranen„, ein Name, den sie sich inzwischen, so weit sie durchgehalten haben, redlich verdient haben, auch wenn sie vom (Blog)-Lebensalter her mit 9 bis 13 Jahren großenteils noch nicht einmal als Teenager gelten können.

Gut gegliedert in aktive, weniger aktive und diverse andere Blogarten stellt Herr Rau seine Blogroll vor.

Was soll da meine Lehrerblog-Schau?

 

Die Lehrerblogszene ändert sich ständig und kein einzelner kann über längere Sicht den Überblick behalten. Aber es gibt eine einfache, relativ unaufwendige Methode, einen Überblick herzustellen. Deshalb bitte ich jeden, der auf diesen Artikel aufmerksam wird, in einem Kommentar seinen Blog mit seinem Entstehungsjahr zu nennen. Das ist freilich noch unzureichend. Zusätzlich bitte ich jede(n), die Zeit und Lust hat, auf diese Blogger-Schau aufmerksam zu machen und andere Lehrerblogger zur Eintragung aufzufordern. Am besten nutzen sie die Gelegenheit auch dazu, Blogs, die ihnen gefallen, vorzustellen und auf die Wahl des Lehrerblogs 2014 aufmerksam zu machen.

Damit man innerhalb der vielen Blogs eine gewisse Orientierung erhält, bitte ich darum, außer dem Entstehungsjahr auch Kurzhinweise auf die Ausrichtung des Blogs zu geben (wie z.B. Schulart/stufe oder Fächer). Bei der Gelegenheit noch eine Klarstellung: M.E. sollten sich bei den Lehrerblogs außer Referendaren auch Studierende für das Lehramt melden, das sie weitgehend dasselbe Problemfeld behandeln wie die fertigen Lehrer. Außerdem soll die Wahl des Lehrerblogs 2014  zur Orientierung dienen. Aus der Menge der dort für die einzelnen Blogs abgegebenen Stimmen kann man auf die Beliebtheit schließen und bekommt vielleicht eine Anregung, sich bisher noch unbekannte Blogs anzusehen.

Einen ähnlich lautenden Artikel habe ich in meinem oben genannten Blog „Fontanefan“ eingestellt. Dieser soll noch weitere Interessenten an Lehrerblogs erreichen.