J-P Martins Lernen und Lehren und Jacotots Konzept der intellektuellen Gleichheit

Jacotot formulierte:
„Die Erklärung ist nicht nötig, um einer Verständnisunfähigkeit abzuhelfen. Diese Unfähigkeit ist im Gegenteil die strukturierende Fiktion der erklärenden Auffassung der Welt. Der Erklärende braucht den Unfähigen, nicht umgekehrt. Er ist es, der den Unfähigen als solchen schafft. Jemand etwas zu erklären, heißt ihm zuerst zu beweisen, dass er es nicht von sich aus verstehen kann.“

Für Martin braucht der Erklärende den Uninformierten, damit er sich selbst klarer darüber wird, was er verstanden hat. Bei ihm wird der Schüler zum Lehrer, um besser zu lernen. Dennoch braucht es den Organisator, der die Lehrenden beim Lehren durch didaktische Auswahl  und Beispiele von Lernprozessorganisation unterstützt.

Beide gehen vom Konzept der intellektuellen Gleichheit von Lernenden, Lehrern und Organisatoren aus.

Jacotot ist Hauptfigur in Jacques Rancières „Der unwissende Lehrmeister“.

„Der unwissende Lehrmeister“ ist ein 1987, weit vor dem Beginn Rancières deutscher Rezeption, in Paris publiziertes Buch, in dem die Gleichheit aller, das zentrale Motiv seines Denkens, am Beispiel der im frühen 19. Jahrhundert entwickelten pädagogischen Methode von Joseph Jacotot abgehandelt wird. Aufgrund der eigentlichen Gleichheit aller Intelligenzen, so dieser, kann es sich bei dem herkömmlichen Unterrichtssystem, das klar zwischen Lehrer und subordiniertem Schüler unterscheidet, nur um eines der Verdummung handeln. (Hannes Loichinger über Rancicière)

(Versuch einer Rekonstruktion der Anregungen von Franz und Jeanpol)

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