Wikipedia in der Praxis. Geschichtsdidaktische Perspektiven

1. Dezember 2015

Die Tweets zur Tagung am 27./28.11.15 in Basel.

Die Tweets in einer Datei

Referat von Daniel Bernsen: „Wikipedia als Geschichtslexikon in der 8. Klasse 

Freiheit bei Sartre

24. August 2015
Die Lage des Menschen ist durch absolute Freiheit gekennzeichnet: „Ich bin dazu verdammt, frei zu sein“ oder: „Der Mensch ist der Statthalter des Nichts“ (Heidegger). Dieser Grund-Situation hat sich der Mensch zu stellen. Alles andere wäre eine Selbsttäuschung. „Es gibt keine Natur des Menschen, die den Menschen festlegt, sondern der Mensch ist das, wozu er sich macht.“
Daraus folgen einige Feststellungen: „Der Mensch ist voll und ganz verantwortlich“, zunächst für seine Individualität: Mit seinem Tun „zeichnet er sein Gesicht“. Gleichzeitig aber auch für die ganze Menschheit, denn mit seinen Entscheidungen zeigt er auch, was der Mensch sein kann. Insofern ist er immer auch ein Gesetzgeber.
„Der Mensch ist Angst.“
„Der Mensch ist Verlassenheit.“
„Der Mensch ist Verzweiflung.“
„Es gibt Wirklichkeit nur in der Tat“: Der Mensch entdeckt sich in seinem Entwurf, er überschreitet sich, indem er sich auf etwas entwirft. Die Liebe existiert für Sartre nur als verwirklichte Beziehung, das Genie nur als verwirklichtes Genie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Paul_Sartre#Aspekte_des_Existenzialismus

Du Yuesheng, der Pate von Shanghai

4. April 2015

ANGELA KÖCKRITZ: Der Pate von Shanghai, ZEIT Nr.8, 19.2.2015

Du Yuesheng in der Wikipedia:
„Du war 1887 als Sohn äußerst armer Eltern, die er mit neun Jahren verlor, in der Kleinstadt Gaoqiao zur Welt gekommen. 1902 verließ er seine Heimatstadt in Richtung Shanghai. […] Nachdem sich Du 1908 den bei den chinesischen Geheimgesellschaften üblichen Initiationsriten unterzogen hatte, stieg er rasch auf und machte die Grüne Bande innerhalb von 12 Jahren zu einem gefürchteten Zentrum des organisierten Verbrechens. […]“

A. Köckritz schließt ihren Bericht:

„Im Frühling 1949 besteigt er ein Schiff. Shanghai zieht ein letztes Mal an ihm vorbei, die Große, Flirrende, Unersättliche – bald wird sie eine ganz andere sein. Am 26. Mai weht die rote Flagge über der Stadt. Der Klassenkampf macht Dekadenz und Boheme ein Ende. In Hongkong zieht Du Yuesheng in ein Apartment in der Kennedy Road. Er hat Geldprobleme. Er ist schwer krank und muss seine Frauen und zehn Kinder versorgen. Am 16. August 1951, 24 Stunden vor seinem 63. Geburtstag, stirbt er. Der letzte der großen Banditen des alten China.“

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ – Der Satz stammt weder von Sokrates noch von Plato

17. März 2015

Der folgende Text von Albrecht ist so gut, dass ich ihn vorstellen möchte. Bei gutefrage.net wird er gewiss nicht so oft gefunden, wie er es verdient:

Philosophie ist nicht mit Vielwissen gleichzusetzen. Ein Philosoph hat Liebe zur Weisheit, er strebt nach Wissen/Erkenntnis (zu grundlegenden Fragen). Etwas zu begehren, nach etwas zu streben, Sehnsucht nach etwas zu haben ist etwas anderes als es schon zu besitzen. Sokrates hat sich vor allem als Suchender verstanden. Er möchte Einsichten gewinnen. Er bemüht sich, zumindest ein Stück weit bei diesem Weg voranzukommen.

Der Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist eine gekürzte und ungenaue Wiedergabe. Platon, ein Schüler des Sokrates, hat in der Apologie (Verteidigungsrede des Sokrates), die keine wörtliche Mitschrift ist, sondern ein nach dem Gerichtsprozess geschriebenes literarisches Werk, eine Darstellung gegeben, in der Sokrates etwas über sich selbst aussagt. Wenn die Textstelle im Zusammenhang gelesen wird, wird viel verständlicher, was gemeint ist.

In der Aussage steht „nicht weiß“, nicht „nichts weiß“. Der Unterschied kann äußerlich klein wirken (nur ein einziger hinzugefügter Buchstabe), ist aber inhaltlich von großer Bedeutung.

a) Sokrates will nicht aussagen, er sei dumm oder völlig unwissend.

b) Das ausgesagte Nichtwissen ist nicht ganz allgemein und umfassend, sondern hat einen Bezug: Es geht darum, über etwas, worüber er kein Wissen hat, auch nicht zu glauben/meinen, etwas zu wissen.

c) Der Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ergibt einen Widerspruch, weil dann der Aussagende einerseits behauptet, nichts zu wissen, andererseits jedoch eben dies als eigenes Wissen aussagt. Der Originalsatz enthält keine Aussage, überhaupt nichts zu wissen, und weist daher keine logische Unstimmigkeit auf.

Sokrates drückt in der Apologie des Platon mit seiner Aussage aus, Einsicht in Grenzen seines Wissens zu haben.

Chairephon, ein Freund des Sokrates, so erzählt er, befragte das Orakel des Gottes Apollon in Delphi, ob jemand weiser sei als Sokrates, und die Antwort war ein Nein. Sokrates, der sich ursprünglich nicht für weise hielt, hat im Gespräch geprüft, ob andere Menschen (insbesondere Handwerker, Dichter und Politiker) Wissen haben (dabei ging es um Fragen wie die nach dem Guten, der Gerechtigkeit, der Tapferkeit, der Besonnenheit und Ähnliches). Den Orakelspruch hat er schließlich so gedeutete, darin weise zu sein, sich der Grenzen seines Wissens bewußt zu sein und nicht ein bloß scheinbares Wissen für richtiges Wissen zu halten. Sein Name sei nur als Beispiel dafür genannt worden. Im Gegensatz zu anderen, die meinen, etwas zu wissen, es aber nicht wirklich tun, meine er auch nicht, über etwas wissend zu sein, worüber er kein Wissen hatte. Insofern hat er anderen etwas an Weisheit voraus.

Platon, Apologie 21 d sagt Sokrates nach einem prüfenden Gespräch mit einem Politiker:

„Es scheint ja freilich keiner von uns beiden etwas Schönes und Gutes zu wissen, aber dieser meint, etwas zu wissen, ohne darüber ein Wissen zu haben, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also wenigstens um ein kleines Stück weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen meine.“

Sokrates hatte die philosophische Haltung, etwas nicht einfach ungeprüft als sicheres Wissen gelten zu lassen und keine scheinbaren Selbstverständlichkeiten ohne Beweise zu übernehmen. Er stellte also vermeintliches Wissen in Frage und wies oft ein bloßes Scheinwissen nach. Eine Methode in seinen Gesprächen war, einen bloßen Anschein von Wissen durch Überprüfung als Nichtwissen nachzuweisen, um so über das Erkennen des Nichtwissens als erreichte Einsicht einen Weg zu wahrhafter Erkenntnis zu öffnen. Die erste Stufe ist die Entlarvung eines vermeintlichen Wissens als mangelhaft, auf der zweiten Stufe (falls der Gesprächspartner dazu bereit ist) findet ein Neuaufbau statt.

Shakespeare Sonnet 73

29. Oktober 2014

SONNET 73

That time of year thou may’st in me behold
When yellow leaves, or none, or few, do hang
Upon those boughs which shake against the cold,
Bare ruin’d choirs, where late the sweet birds sang.
In me thou see’st the twilight of such day,
As after sunset fadeth in the west,
Which by-and-by black night doth take away,
Death’s second self, that seals up all in rest.
In me thou see’st the glowing of such fire
That on the ashes of his youth doth lie,
As the death-bed whereon it must expire
Consum’d with that which it was nourish’d by.
This thou perceivest, which makes thy love more strong,
To love that well which thou must leave ere long.

Kongenial übersetzt von Michael Mertes. Ich gebe zu, dass ich die Übersetzung zuerst kennen und lieben lernte: Die herbstlichen Farben, die Ähnlichkeit der eigenen Lebenssituation mit dem Herbst von Ende Oktober / Anfang November, die menschliche Haltung.
Natürlich findet sich das im Barock tausendfach; aber so wenig artifiziell mit so großem Kunstverstand gesagt, berührt es mich sehr.

Passiver Widerstand gegen den Holocaust

27. Oktober 2014

Den bekanntesten erfolgreichen passiven Widerstand haben die deutschen Frauen Tausender Juden geleistet, die in die Vernichtungslager deportiert werden sollten. Sie haben tagelang die Berliner Rosenstraße besetzt, bis die Nazis auf die Deportation verzichteten.

Die Wikipedia schreibt dazu: „Der Rosenstraße-Protest war die  größte spontane Protestdemonstration im Deutschen Reich während der Zeit des Nationalsozialismus. Ende Februar/Anfang März 1943 verlangten „arische“ Ehepartner aus „Mischehen“ und andere Angehörige von verhafteten Juden in Berlin deren Freilassung.“
Den umfassendsten passiven Widerstand haben die Judenräte geleistet, die von den Nazis dazu gezwungen wurden, ihnen bei der Erfassung und Ermordung ihrer Schicksalsgenossen zu helfen.

Zitat aus dem Wikipediaartikel:
„Die ersten Judenräte mussten für sie vor allem die jüdische Bevölkerung ihres Ortes zählen, Wohnungen räumen lassen und ihnen übergeben, Zwangsarbeiter zur Verfügung stellen, Wertsachen konfiszieren, Tribute sammeln und auszahlen.
Durch diese Maßnahmen der Besatzer, die zudem alle staatlichen Dienstleistungen strichen und verhinderten, entstanden enorme Versorgungsprobleme in den jüdischen Gemeinden. Daher nahmen die Judenräte auch am Aufbau eigener Ersatzinstitutionen teil. Sie versuchten, die Lebensmittelverteilung zu organisieren, Krankenstationen, Altenheime, Waisenhäuser und Schulen aufzubauen. Zugleich versuchten sie mit den ihnen verbliebenen Möglichkeiten, den Zwangsmaßnahmen entgegenzuwirken und Zeit zu gewinnen.
Dazu verzögerten sie die Umsetzung der Befehle und bemühten sich, diese abzuschwächen, indem sie Rivalitäten verschiedener Besatzungsstellen auszunutzen versuchten. Sie stellten ihre Arbeitskräfte als möglichst unentbehrlich für die Deutschen dar, um ihre Versorgungslage zu verbessern und die Deutschen zur Rücknahme einiger Kollektivstrafen zu bewegen.“ (Hervorhebung von mir)
Meinen vollständigen Artikel findet man auf dem Blog Fontanefan.

Martin Luther und die Juden

5. Oktober 2014

Nach den Schriften des jungen Luther, in denen er den Ausschluss von Juden aus den meisten Berufen kritisierte, der sie in Richtung Krämer und Geldwechsler drängte*, ist bei ihm spätestens seit 1537 eine solch verschärfte Polemik gegen Juden zu beachten, dass verständlich wird, weshalb die Nationalsozialisten zur Rechtfertigung ihres Antisemitismus gegenüber protestantischen Kreisen gern auf Luthers wüste Schriften gegen die Juden (nicht rassistisch-antisemitische, sondern religionspolemische antijudaistische) zurückgriffen.

Seit der pietistischen Kritik durch Spener waren diese Schriften kaum noch ediert und so gut wie ganz aus der theologischen Diskussion verbannt worden. Das führte dazu, dass viele protestantische Theologen diese Schriften nicht kannten oder doch zumindest sich nicht mit ihnen auseinandersetzten.

Heute fürchtet man weniger, dass die Autorität Luthers dazu verführen könnte, ihm in seinen antijüdischen Thesen zu folgen, und legt größeren Wert darauf, ein unverfälschtes Bild Luthers zu überliefern und dementsprechend seine menschenverachtenden Polemiken heranzuziehen, um deutlich zu machen, wie sehr er in seinen späteren Lebensjahren Intoleranz gefördert hat.

Der Wikipediaartikel Luther und die Juden stellt die Entwicklung recht anschaulich dar.

* „Viele Juden begrüßten Luthers Schrift von 1523 als Sensation: Zum ersten Mal seit über 1000 Jahren eröffnete ihnen ein einflussreicher christlicher Theologe die Aussicht, sie menschlich, gewaltlos, als gleichberechtigte Gesprächspartner in der gemeinsamen Bibelauslegung zu behandeln und auch ihre Rechtslage zu verbessern. Darum schickten holländische Juden Luthers Schrift als Hoffnungszeichen an die verfolgten Juden Spaniens.“ (Seite „Martin Luther und die Juden“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Juni 2014, 19:14 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Martin_Luther_und_die_Juden&oldid=131195549 (Abgerufen: 5. Oktober 2014, 21:53 UTC))

Ausstellung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu diesem Thema

Aufsatzsammlung: Die Schattenseiten des Reformators

Veranstaltungen: Bensheim, Frankfurt

Sterbehilfe

22. Juli 2014

„Oder ist etwa das Abstellen eines Beatmungsgerätes oder der künstlichen Nahrung nicht ebenso aktiv (und vielleicht sogar weniger barmherzig) wie eine Überdosis Morphium?“ schreibt Küng in „Erlebte Menschlichkeit“ (Erlebte Menschlichkeit. Erinnerungen. Piper, München 2013, ISBN 978-3-492-05601-4.) auf Seite 612.

Ist das ein zulässiges Argument oder nutzt Küng nur aus, dass der Terminus „passive Sterbehilfe“ das Gemeinte nicht ganz treffend wiedergibt?

Wie wichtig Küng die Frage der Sterbehilfe ist, merkt man daran, dass er im Zusammenhang mit der Diskussion darüber sogar schon von Inquisition spricht:

„Man findet in der Frage »aktive« Sterbehilfe kaum Ärzte, die es wagen, ihre Meinung öffentlich zu sagen, wiewohl sie, die gesetzesfreie Grauzone nutzend, oft beim Sterben nach­ helfen. Eine sehr engagierte praktische Ärztin, mit der ich die Probleme des alltäglichen Sterbens eingehend und einvernehmlich diskutiert hatte, zieht ihre Zusage, an unserer Podiumsdiskussion mit der Justizministerin teilzunehmen, im letzten Moment zurück. Vonseiten der Ärztekammer, ihrer Standesorganisation, war ihr für den Fall ihrer Teilnahme mit der Ab­ erkennung ihrer ärztlichen Zulassung gedroht worden. Mich erinnert das an den Entzug meiner kirchlichen Lehrbefugnis durch die Inquisition.“   (Erlebte Menschlichkeit. Erinnerungen. Piper, München 2013, ISBN 978-3-492-05601-4, S.615)

Das ist ein starkes Wort. Doch auch ich finde, dass bei der heutigen Hochtechnologie- und Apparatemedizin der hippokratische Eid nicht mehr in jedem Fall eine eindeutige Handlungsanweisung  für die Sicherung der Menschenwürde im Sterbeprozess definiert.

Deshalb sollte über diese Fragen offen diskutiert werden dürfen, auch wenn die Diskussionsergebnisse in anderen Ländern für uns angesichts anderer historischer Erfahrungen keine Richtschnur zu sein brauchen.

Ergänzung:
Einer eigenen Reflexion wäre die heutige Meldung aus Belgien wert. (Sterbehilfegesuch eines Sexualstraftäters nach 30 Jahren Haft, der nicht freigelassen werden will)  (29.9.14)

Das Ehepaar Schneider und die EKiD oder was wichtig ist

20. Juli 2014

Dankenswerterweise ist dies Interview mit dem Ratsvorsitzenden der EKiD und seiner krebskranken Frau schon heute im Internet zu lesen:
 „Wir halten die Wahrheit aus“ Anne und Nikolaus Schneider über die Diagnose Krebs, den Rücktritt vom Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche – und das, was am Ende zählt, ein Interview von EVELYN FINGER

In der ZEIT vom 17.7.14 steht nicht nur dies, sondern auch ein Interview mit Papst Franziskus. (Außerdem auch ein kritischer Artikel zu Amazon, in dem Schriftsteller sich kritisch zu Amazon äußern.)

Es ist eine gute Zeit, wenn Kirchenleute so problembewusst sind. Auch wenn man die Probleme gern nicht wahrnehmen würde.

 

 

Andreas Englisch: Franziskus. Zeichen der Hoffnung

6. Juni 2014

Man ahnt, dass der Informant sich wichtig machen will. Und wird trotzdem das Gefühl nicht los, dass er weiß, wovon er spricht.

So schreibt Lucas Wiegelmann unter dem Titel „Die Engel und die dunklen Lords des Vatikan“ in der Welt vom 23.4.14 über das Buch. Er weiß, wovon er spricht, aber er dramatisiert gewaltig und nimmt es mit der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit nicht so genau. Das Buch besteht aus einer Reihe von Reportagen, denen man anmerkt, dass sie fern vom Geschehen geschrieben sind, und einer Menge emphatischem Lob für Franziskus wie für Johannes Paul II. und nicht nur für die. Kelvin Felix, der vom Priester zum Erzbischof, dann altershalber wieder zum Priester wurde und dann am 22.2.14 von Papst Franziskus zum Kardinal gemacht wurde, ist für ihn ein Heiliger, weil er bedingungslos und von ganzem Herzen für die Armen eintritt, genauso wie Johannes Paul II. der an einem Schutzbefohlenen von Felix eine Wunderheilung vollbracht habe (S.414/15). Hätte ich mich über Kelvin Felix informiert? Interessierten mich die Wunder, die Johannes Paul II.  amtlich beglaubigt vollbracht hat? Nein. Aber weil mich Papst Franziskus interessiert, erfahre ich darüber, auch über das Hitzekonklave von 1978, wo 110 Kardinäle in den Vatikanischen Museen in notdürftig mit Tüchern verhängten Bettstellen, nur mit Nachttöpfen und Waschschüsseln versehen, hausten, die älteren von ihnen immer kurz vor dem Kollaps. Auch von Emmanuel Milingo, den charismatischen, damals jüngsten Bischof Afrikas hätte ich nichts erfahren, der mit 71 Jahren Unterstützer der Vereinigungskirche wurde und die koreanische Ärztin Maria Sung heiratete. Das Buch liest sich gut. Man darf sich nur nicht zu genau merken, was darin steht. Das, was man erinnert, wird dann ungenau genug sein, dass es der Realität nicht widerspricht. Überzeugend wirkt Englisch nicht, aber durchweg interessant. Wer läse schon gern 428 Seiten Lexikoneintrag?