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Was vor 50 Millionen Jahren Viren taten, ist bekannt. Was die Bundesregierung mit ihrem Beschluss beschlossen hat, weiß man nicht.

29. Mai 2011

Die Genforschung ist heute immerhin so weit, dass sie erschließen kann, dass vor ca. 50 Millionen Jahren Viren Gene in das Erbgut der Vorgänger des Menschen eingeschleust haben, die jetzt nützliche Funktionen haben, z.B. das Wächtergen, das vor Dengeneration des männlichen Erbguts warnt und degenerierte Zellen  absterben lässt. Das berichtet jedenfalls die FR vom 28.5.11.

Da heißt es u.a.

Der Mechanismus schützt die Spermazellen vor der  Entartung. „Der Kontrollfaktor p63 steht für eine strenge Qualitätskontrolle des Erbguts“, sagt Dobbelstein. „Er wird vor allem in den Vorläufern von Keimzellen in großen Mengen angefertigt.“  Schon bei geringen Schäden an der DNA (Trägerin der Erbinformation) „sterben Zellen durch seine Wirkung ab. Dadurch wird vermieden, dass ein beschädigtes Genom  weitervererbt wird.“

Auf die molekulare Spur der einstigen Virusinfektion brachten die Forscher  Genbausteine, die im Aufbau Teilen des Aids-Virus ähneln, ohne jedoch zu einer Immunschwäche  zu führen. Der glückliche Zufall lieferte gleich doppelten Nutzen und hat sich deshalb in der Evolution durchgesetzt. Neben einer strikten Qualitätskontrolle für Spermien bremst der verstärkte Faktor p63 nämlich die Krebsentstehung aus, fanden die  Forscher zusammen mit ihren US-Kollegen von der Stony Brook University in New York heraus. FR 28.5.11

Fortsetzung vom 30.5.2011:
Asier Gomez-Olivencia hat herausgefunden, dass der Mensch schon vor 4 illionen Jahren an der – angeblichen? – Zivlilisationskrankheit Rückenschmerzen litt. Sein Beweis: etwa 45 Jahre alte Homo Heidelbergensis, der in Spanien gefunden wurde (geschätztes Alter der Knochen 500 000 Jahre, die restlichen 3,5 Millionen Jahre schafft Gomez-Olivencia im Handumdrehen). (Meldung vom 23.2.2011, Quelle)

Das alles ist freilich allzu aktuell. Schon am 8.7.2008 teilte Welt online mit, dass Dinosaurier schon vor 150 Millionen Jahren an Rückenschmerzen litten.

Wo wir doch so genau über die Vergangenheit informiert sind, warum wissen wir immer noch nicht, was die Bundesregierung gestern Nacht beschlossen hat: Geht Biblis B vom Netz oder nicht?

Was die Bundesregierung nicht bekanntgab: Vertrag mit EVUs

9. September 2010

In einem „Förderfondsvertrag“ hat die Bundesregierung mit den Energieoligopolisten einiges festgeschrieben, was man der Öffentlichkeit vorenthalten hat. Spiegel online zählt u.a. auf:

Wenn die Energiekonzerne viel Geld ausgeben, um ihre alten Meiler sicherer zu machen, bekommt die Regierung weniger Geld für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die 500-Millionen-Euro-Grenze ist zudem recht niedrig angesetzt. Im Fall einer Verlängerung um zwölf Jahre hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ursprünglich Investitionen von 20,3 Milliarden Euro in die Sicherheit gefordert. Das wären für jedes der insgesamt 17 Kraftwerke Kosten von rund 1,2 Milliarden Euro gewesen.

Hier ist es nachzulesen.

Vorstände von DAX-Unternehmen zum „Energiepolitischen Appell“

9. September 2010

„In der aktuellen energiepolitischen Diskussion in Deutschland um regulatorische Eingriffe in die Kostenbasis und Preisgestaltung der Stromerzeugung sind Lenkungsaspekte und fiskalische Zielsetzungen weitmehr bestimmend als wünschenswerte und erforderliche konzeptionelle und langfristige Überlegungen zur Gestaltung einer ausgewogenen, nachhaltigen und innovativen Energieversorgung am Standort Deutschland. […]“ So antwortet Siemens auf die Befragung von Utopia.

Wenn ich mir den Satz genau durchlese, komme ich zum Schluss, dass ich in der Beurteilung der Lage fast völlig übereinstimme. Freilich, Siemens wünscht (seiner Aussage und dem Vertrag zum Atomausstieg zum Trotz) Lenkung in Richtung auf Verlängerung der Laufzeitenn von AKWs. Ich störe mich an der Interpretation des Wortes „ausgewogen“, denn ich stelle mir unter ausgewogen vor, dass das Engagement der milliardenschweren Energieoligopolisten für die gefährliche Kernenergie Innovationen auf dem Gebiet nachhaltiger Energieversorgung nicht weiter behindert.

Bezeichnend freilich, dass der Verfasser seine Meinung so gut als möglich hinter einem Wust von hochgestochenen Worten zu verstecken sucht.

Meine Interpretation: „Wir schreiben der Regierung vor, was sie zu tun hat, und werden uns von euch paar Aktionshanseln nicht daran hindern lassen.“

Wer gegen die Laufzeitverlängerung ist, kann diesen Aufruf der internationalen Organisation avaaz unterschreiben.

Atommüll

18. August 2009

In Biblis stehen die verbrauchten Brennelemente von 20 Jahren in Castorbehältern. Die Brennelemente sind 600 Grad heiß und von einer Graphitschichte sowie einer einen halben Meter starken Eisenwand umgeben. Die Außenwand hat noch 40 Grad. Angeblich tritt keine Radioaktivität nach draußen.
Es ist vorgesehen, dass die Behälter noch 40 Jahre in Biblis stehen.