Posts Tagged ‘Banken’

Deutsche Bank jährlich mit Milliarden subventioniert

8. Oktober 2012

Als eine von 29 vom Financial Stability Board als systemrelevant identifizierten Banken hat die Deutsche Bank laut Schätzungen des IWF einen ca. 0.8 Prozentpunkte niedrigeren Zins am Kapitalmarkt zu zahlen, das bedeutet einen jährlichen Zinsvorteil von 1 bis 2 Milliarden, so P. Dausend und M. Schieritz in der ZEIT vom 20.9.2012, S.19

Ratingagenturen oder Lob der Justiz

13. Mai 2010

Die Exekutive (Regierungen) hat sich bisher unfähig erwiesen, die Deregulierung, die vor der Finanzkrise ablief, wieder zurückzunehmen. Ja, nicht einmal ein so harmloses Instrument wie die Tobinsteuer (Börsentransaktionssteuer) wagt sie in die Hand zu nehmen. Ganz zu schweigen davon, dass sie die Macht der privaten Ratingagenturen anzugreifen wagte, die sie mit der Macht ausgestattet hat, ganze Staaten in den Bankrott zu treiben.
Überraschend treten jetzt die Gerichte (Judikative) auf den Plan und versuchen, einen Komplott zwischen Banken und Ratingagenturen nachzuweisen. Ob sie mehr Erfolg haben?
Einen Vorzug haben die Gerichte: Dank der Gewaltenteilung können sie gelegentlich einen Rest von Unabhängigkeit bewahren, da sie nicht auf Gedeih und Verderb auf wirtschaftlichen Erfolg – die Voraussetzung von Wahlerfolg – angewiesen sind und daher dem Druck der Manager eher ausweichen können.

Schlechte Nachrichten

3. Mai 2010

Ackermann sammelt freiwillige Kredite der Banken für Griechenland: Das ist schlecht, weil 1. das Risiko letzlich doch der Staat trüge 2. Griechenland die Zinsen an die Banken zahlte, nicht an die EU-Staaten 3. vermutlich nur ein PR-Trick vorliegt (In den Mittelstandsfons, für den Ackermann auch angeblich Geld eingesammelt hat, hat keine Bank etwas eingezahlt, nur die Deutsche Bank 300 Mill. €. Die hat daraus freilich noch keinen Cent Kredit ausgegeben.) vgl. FR v. 3.5.10, S.4 und Nachdenkseiten

Die Schuldenbremse wirkt: Um die grundgesetzlich festgelegte Regelung zu umgehen, will die Bundesregierung nämlich Zahlungen an die Arbeitslosenversicherung als Kredite ausgeben. Das sind Buchungstricks, wie Griechenland sie betrieben hat, um seinen EU-Nachbarn vorzutäuschen, dass es die EU-Regeln erfülle. – Schimm, dass die Schuldenbremse schon so rasch eine so gefährliche Folge gehabt hat! vgl. FR v. 3.5.10, S.5

Entschädigung für Steuerhinterzieher

8. Februar 2010

Eine Liechtensteiner Bank muss einem Bad Homburger Steuerhinterzieher Entschädigung zahlen, weil sie ihn nicht rechtzeitig genug warnte, dass er sich selbst anzeigen konnte.
So grotesk das erscheinen mag. Es könnte die Werbung für Steuerhinterziehung für Banken unattraktiver machen, und das wäre m.E. nicht schlecht.

Wo geht das Geld hin?

15. Januar 2010

Wir haben von den Milliardenboni gehört und davon, dass sie seit der Krise noch zugenommen haben.
Empören könnte man sich, wenn man von dem Luxus hört, den sie erlauben.
43 000 Euro kostet ein Kilo vom besten Rindfleisch, wie es die besseren unter den Nobelrestaurants dieser Welt anbieten. Vergoldete Hamburger gibt es etc.. Banker geben nicht selten an einem Abend mehr Geld aus, „als manche Menschen in ihrem Leben verdienen“ (ZEIT vgl. o.). Das ist zwar ein Skandal, aber das ist nicht das wirtschaftliche Problem.
Das Problem „liegt darin, dass sich dadurch ihr Konto nicht leert. Dass sie nicht mehr wissen, wohin mit den Millionen.“ (ZEIT vgl. o.) Das heißt aber, dass sie damit nicht konsumieren, sondern spekulieren. Die Boni sind nicht nur ungerecht, sie tragen zur neuen Blase bei. Und damit zur weiteren finanziellen Ausblutung der Staaten und derer, die nahe der Armutsschwelle oder sogar bereits darunter liegen.
Das heißt praktisch, dass die Manager aufgrund ihrer hohen Bezahlung geradezu „zwangsläufig“ dazu beitragen, unser Wirtschaftssystem zu Grabe zu tragen.
Freilich, zwangsläufig würde nur Karl Marx sagen. In Wirklichkeit haben die Staaten die Instrumente, den Zusammenbruch des Systems zu verhindern; aber nur wenn sie zusammenarbeiten. Und davon sind wir noch weit entfernt.

Machtkontrolle in der Europäischen Union?

1. Dezember 2009

Offebar kann der EU-Ministerrat ohne Zustimmung des Parlaments den USA Zugriff auf europäische Bankdaten erlauben.
Die Machtkontrolle kann wohl nur nachträglich durch Diskussion im Parlament und in den Medien stattfinden.
Deshalb hier diese kurze Notiz, obwohl mir die Zeit nicht reicht, den Vorgang differenziert abzuhandeln.

Greenspan fordert Zerschlagung der amerikanischen Großbanken

29. Oktober 2009

Mit geballter Lobbymacht kämpfen die US-Banken gegen das Gesetz, durch das Obama sie kontrollieren will. Einzelne Kongressabgeordnete erhalten schon einmal 300 000 $, damit sie richtig stimmen.
Den Banken geht es darum, dass das Risiko für faule Kredite auch weiterhin wie in dieser Finanzkrise vom Steuerzahler getragen werden soll, damit die moralische Versuchung (moral hazard), unseriöse Kredite auszugeben, erhalten bleibt. Alan Greenspan, der ehemalige Chef der US-Zentralbank, forderte deshalb, die Banken, die so systemrelevant seien, dass der Staat sie im Krisenfall retten müsse, zu zerschlagen.
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman (Die neue Weltwirtschaftskrise, S.79) verweist darauf, dass die letzten Finanzkrisen, angefangen mit der japanischen Immobilienkrise, dadurch entstanden seien, dass die Banken sich darauf verlassen hätten, dass letztlich der Staat das Risiko trägt.

Schwarz-gelb und Banken

27. Oktober 2009

Am 5. März dieses Jahres habe ich geschrieben:

Hätten die Banken nicht so erfolgreich nationale und internationale Regulierungsmechanismen ausschalten können, hätten sie noch Jahrzehnte weiter ihre Bonzen mit Superboni versorgen können.

Jetzt sieht alles danach aus, als ließe die neue Regierung die Banken wieder weitermachen wie vor der Krise, und außerdem gibt es auf Kosten der Steuerzahler Steuererleichterungen für Besserverdienenden und die Unternehmen.

Deutschland vor der Krise

2. Juli 2009

Ein paar Zahlen:
Das durchschnittliche Verhältnis von Forderungen zu Eigenkapital ist in den US-Banken 12:1, in britischen Banken 1:24, bei deutschen 1:52. (So die Zahlen der New York Times)
In den USA liegt die Zahl der Forderungen der Banken bei 50% des Bruttoinlandsprodukts. In der EU bei 330%. (Meine Quelle für die Zahlen: ZEIT v.2.7.09, S.19)
1931 meinten die Kommentatoren der Weltwirtschaftskrise, das Schlimmste sei vorbei. Es kam die Arbeitslosigkeit von 1932, die NSDAP vergrößerte ihren Stimmenanteil um ca. 100% und 1933 wurde Hitler Reichskanzler.
Zum Schutz vor diesen Gefahren hat der deutsche Gesetzgeber ein Kreditausweitungsverbot (Schuldenbremse) für die öffentliche Hand verfassungsmäßig festgeschrieben. Das ist nicht geeignet,Verständnis dafür zu wecken, was der Staat in der Krise wird tun müssen, um Schlimmeres zu verhindern.

Aus der Krise gelernt?

29. Juni 2009

Da Josef Ackermann bei der Deutschen Bank offenbar alternativlos ist, braucht er nicht zu lernen und kann an 25% Kapitalrendite als selbstverständlichem Ziel festhalten, auch wenn er dann nie eine solide Absicherung sicherstellen kann.
Bemerkenswert ist freilich, dass auch kleinere Banken und deren Angestellte aus der Krise nichts gelernt haben, weil offenkundig niemand ernsthaft versucht hat, ihnen klarzumachen, wodurch es zur Finanzkrise gekommen ist.
Laut Studie vom Bundesverband der Verbraucherzentralen und ZDF WISO gelingt es 24 von 25 Bankberatern nicht, die finanziellen Voraussetzungen der Kunden zu erfragen, so dass es ihnen möglich ist, daraufhin zu beraten. Es gilt wohl weiterhin die Vorstellung von Hilmar Kopper: Ein Bankmanager kann unmöglich Kreditrisiken beurteilen. Das müssen seine Kunden schon selber tun.
Und die Vorgesetzten entscheiden: die Mitarbeiter verkaufen, „was die Unternehmensleitung für gut befindet“ (vgl. PC-Welt)