Posts Tagged ‘Belegschaftsbeteiligung’

Blick in die Zukunft

21. März 2009

Finanziert wurden die öko-sozialen Staatsausgaben mit Hilfe einer ganz neuen Verteilungspolitik: Sonderabgaben für große Vermögen und eine tief greifende Erbschaftssteuer wurden eingeführt, das neues Steuersystem belastete auf einmal die Reichen und Gewinneinkommen. „Wenn der politische Wille da ist, ist es gar nicht so schwer“, zeigte sich der Bundesfinanzminister damals verblüfft.

So berichtet uns Rosa Goldmann aus dem Jahr 2010

Schade, dass wir noch nicht im Jahr 2010 sind und dass dieser „ZEIT-Artikel“ von der globalisierungkritischen Organisation attac erfunden werden musste, um in hoher Auflage heute schon lesbar zu sein.
Doch weil’s so schön ist, lesen wir weiter

Um zu vermeiden, dass Vermögensbesitzer und Unternehmen auf Niedrigsteuergebiete in der Karibik und Ostasien ausweichen, beschlossen die Minister zudem, all jene Staaten, die weiterhin am Geschäft mit Steuerflucht und Bankgeheimnis festhalten, den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten zu sperren. Im Konfliktfall, so erläuterte EU-Finanzkommissar Peer Steinbrück, solle Banken, die weiterhin Geschäftsbeziehungen mit den so genannten Offshore-Zentren unterhalten, ihre Lizenz für die Tätigkeit im Euro- und Dollarraum entzogen wer-den. Ohne ein Konto bei der Europäischen Zentralbank oder der US-Notenbank Federal Reserve könne keine internationale Bank bestehen. Darum sei er zuversichtlich, dass die Maßnahmen greifen werden, sagte Steinbrück.

So Harald Schumann über einen Beschluss der G20 in Brasilia ebenfalls aus dem Jahr 2010 in der Nr.5 der erfundenen ZEIT.
Diese ZEIT von 2010 ist so gefragt, dass der Server, der sie online und zum Ausdrucken als pdf-Datei anbietet, nicht ganz selten überlastet ist. Deshalb wird sie u.a. hier zum Download in einer Datei angeboten (8 pdf-Seiten).

Bedenkenswert

20. Februar 2009

Manager dürften Boni nicht für die Aktienkursentwicklung eines Jahres erhalten, sondern nur wenn ihre Unternehmensstrategie sich für einen längeren Zeitraum ausgezahlt hat. Diese Vorstellung wird inzwischen von allen Seiten geäußert, weil sie dem gesunden Menschenverstand entspricht. Manager haben seit langem andere Regelungen für sich eingeführt.
Damit Familienbetriebe nicht durch Erbschaftssteuerzahlungen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben werden, sollte eine Regelung eingeführt werden, dass Erbschaftssteuer für Betriebsvermögen entfällt, wenn die Belegschaft in Höhe des Erbschaftssteuerbetrages am Unternehmen beteiligt wird. Diese Idee stammt von Oskar Lafontaine.
Um Al Quaida und Taliban finanziell auszutrocknen und die afghanischen Bauern von den Taliban unabhängig zu machen und zusätzlich, um den Weltdrogenkonsum herabzusetzen, wird vorgeschlagen, den Anbau von Schlafmohn in Afghanistan zu legalisieren und die Ernte den Bauern zu gegenwärtigen Preisen des illegalen Marktes abzukaufen. Die eingekaufte Ernte könnte dann für medizinische Zwecke bereitgestellt und der Überschuss – so wie es mit überschüssigen Agrarprodukten jahrzehntelang geschah – vernichtet werden. Dieser Vorschlag kommt aus Dritte-Welt-Gruppen, die sich speziell mit der Situation Afghanistans befassen. Ich habe ihn aus der Zeitung, kann mich aber nicht mehr an Ort und Zeit sowie an den Namen der Gruppen erinnern. – Zu bedenken: Afghanistan liefert an 100% des illegal produzierten Mohnes. Unter den Taliban war der Mohnanbau nahe Null gewesen.
Während der erste dieser drei Vorschläge inzwischen vermutlich von der Mehrheit der Bürger unterstützt würde, sieht es bei den beiden anderen sicher deutlich anders aus. Man sollte aber bedenken, welche Probleme mit den unkonventionellen Vorschlägen gelöst werden könnten.
Und man sollte bedenken, dass es bei uns in Deutschland gängige Praxis war, den Ankauf von Aktien zur Alterssicherung staatlich zu unterstützen und so die Finanzblase weiter aufzublähen und die Altersversorgung von Spekulation abhängig zu machen.
Verglichen mit diesem Irrsinn erscheinen auch die Vorschläge zwei und drei als seriös und wenig riskant. Wenn sie sich nicht bewähren sollten, ließe sich davon leicht einfacher Abschied nehmen als vom militärischen Engagement in Afghanistan und Irak.