Posts Tagged ‘Computer’

Selbstwirksamkeit und die Illusion von Selbstwirksamkeit

20. März 2009

Selbstwirksamkeit bedeutet, dass man eine Veränderung erreicht.

Beschäftigung mit dem Computer täuscht oft nur Selbstwirksamkeit vor. Der Computer reagiert auf das, was ich eingebe (Illusion der Selbstwirksamkeit). Das macht den Computer so beliebt. In Wirklichkeit bewirke ich aber nur, dass ich weniger Zeit habe, mich mit der Umwelt auseinander zu setzen, also wirklich selbstwirksam zu werden.
Das sollten Blogger wie ich nicht vergessen.
Die Anregung zu diesem Eintrag verdanke ich C. Spannagels Eintrag zu Computerselbstwirksamkeit erheben.

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Dankbares Staunen

4. Dezember 2008

Zu konstatieren der tägliche methodische Wahnsinn:
Umweltzerstörung, Artensterben, share holder value statt Verwirklichung durch Arbeit für andere, weltweite Vernichtung von Lebensraum …

Fragwürdige Reaktionen:
Zu Unterstützung der Forderung nach Erhaltung der Arten und artgerechter Haltung von Tieren wird die Menschenwürde als Speziezismus (eine Art Rassismus) denunziert.
Um Euthanasie zu verhindern wird Lebensverlängerung von Menschen mit zerstörten Gehirnen juristisch erzwungen.
Auf fehlende Sprachfähigkeit von Migrantenkindern und psychische Verwahrlosung von berufsstressbedingt erziehungsunfähiger Eltern reagiert man mit Englischunterricht in Kindergärten, Internet für Grundschulen, Ritalin für alle Unaufmerksamen, Computer statt Lehrer.
Zur Ankurbelung der Konjunktur schafft man Anreize zu mehr Kohlendioxidausstoß statt Arbeitsplätze in Umwelttechnologie.
Oder man erklärt wie die katholische Kurie Probleme wie Überbevölkerung und Aids für nicht existent.

Staunenswerte Ausnahmen:
Festhalten an Werten und differenzierte Abwägung. Problemen nicht ausweichen, auch wo keine Lösung mit Mainstreammethoden möglich ist oder wo gar schwere Wertkonflikte auftreten.

Man begegnet ihnen immer wieder, dafür bin ich dankbar. Ich nenne ein paar bekanntere: Jürgen Habermas, Hans Küng, Alfred Grosser, Gesine Schwan, Adolf Muschg, Susanne Gaschke.
Oft stimme ich mit ihnen überein, bewundere, wie klar ausgesprochen wird, was ich nicht zu sagen vermochte. Nicht selten bin ich auch ganz anderer Meinung. Doch bin ich stets dankbar, dass selbständiges, abgewogenes Urteil in unserer hektischen Medienwelt überlebt.

Was kommt nach Web 2.0?

25. November 2008

Beat Doebeli wollte es wissen, meldete sich als Besucher des Vortrags zu Web 3.0 an und hielt dann den Vortrag selbst, weil er als Referent vorgesehen war, allerdings leider nichts davon erfahren hatte.
Der Vortrag war den Powerpointfolien zu urteilen nach recht interessant.

Neues von Google

15. September 2008

Neben meiner E-Mail findet sich folgende Werbung:

Schlafstörungen
Fremde Frauen erobern ?
Liebes-Kummer?
Ex-Partner/in zurückholen

Wir sind, was wir denken.
Wahrsagen gratis testen
Sofort-Paarberatung
Einschlafstörungen
Wenn ich nur wüsste, worüber ich geschrieben habe!
Meine große Schwester beobachtet mich, und die Zeiten sind nicht fern, wo wir auch in fremden E-Mails googeln können. Was es in meinen E-Mails zu ergoogeln gibt, wisst ihr schon.
Jedenfalls ist da auch von Stasi und Computern die Rede.
Weshalb ich trotzdem noch maile? Weshalb ich zugebe, wofür man bei mir wirbt?
Sollte ich etwa zugeben, was für Spam-Mail mir zugesandt wird? Oh, das ist mir zu peinlich!
Aber im Ernst: Angesichts der zunehmenden Fähigkeit von Staat und Wirtschaft, uns auszuspähen und unsere Lebensgewohnheiten zu beeinflussen, brauchen wir mehr Freiheitsrechte und mehr Demokratie.
Blogger und Mailer aller Provider vereinigt euch!
Das ist nicht so lustig, wie es für manchen klingt. Aber leider muss noch einiges an Strategie entwickelt werden, bis wir den großen Kraken erfolgreich entgegentreten können.
Für Tipps wäre ich dankbar.
EU-Politiker planen den Überwachungsstaat heißt es dazu bei golem.de. Dank für den Hinweis an Spass mit Technik! Neben Werbung fidet sich bei golem.de auch der Hinweis: Microsoft: Billigere Software durch Werbeeinblendungen.
Und wenn ich zu diesem Eintrag etwas maile, kommen gleich neue Anregungen hinzu:
Google Apps
Google Adverts

Computersteuerung

18. Juni 2008

Durch Pappstücke, durch Finger, durch Atem und durch Augenbewegung, es gibt allerlei neue Konzepte für die Computersteuerung ohne Maus.

Das Übliche

9. Juni 2008

Die Kommunikationsverweigerung, die von Telekommunikationsunternehmen betrieben wird, wäre sprichwörtlich, wenn noch die Zeit für Sprichwörter wäre.

So ist sie nur Gegenstand von ungezählten Klagen, Berichten über groteske Auswüchse und manchen gelungenen Witzen.

Dabei ist sie genauso wie der Frust mit dem Computer systemimmanent. Der Computer reagiert perfekt, wenn sämtliche Voraussetzungen dafür gegeben sind. Ist das nicht der Fall, ist Fehlersuche gefragt. Die ist aufwändig und wird aus Sicht der Hersteller als Gesamtheit am besten durch die Anschaffung eines neuen Computers und Stilllegung des fehlerbehafteten ersetzt. Da der einzelne Hersteller allerdings damit rechnen muss, dass ihm so sämtliche Kunden verloren gehen, wird er dreierlei installieren: Erstens einen computergesteuerten „Kontakt“, der Kontaktaufnahme mit allerlei Buchbinder-Wanninger-Tricks zu verhindern sucht. Zweitens – für hartnäckigere Kunden – einen Telefonbeantwortungsdienst, der so lange höflich sein soll, bis der Anrufer selbst sein Problem gelöst hat oder doch zumindest versucht, jemanden zu finden, der ihm sein Problem löst. (Dass dieser Job frustrierend ist, kann man sich denken. Deshalb sind auf diesem Bereich für Frustrationstolerante immer wieder mal Arbeitsplätze zu erhalten.) Drittens – für Kunden, die einen für ihr Computerproblem unzureichenden Bekanntenkreis haben und sich auf den auf ihr Problem bezogenen Internetforen nicht genügend auskennen oder sie nicht erreichen, weil sie keinen Ersatzzugang zum Internet haben – eine teure Hotline, wo Spezialisten sitzen, die das Problem vermutlich lösen könnten, wenn man es ihnen sachgerecht beschriebe.

Ergebnis: Die Telekommunikationsunternehmen schaffen Arbeitsplätze für eine Unzahl von Selbständigen, die versuchen, den Service zu bieten, der den Telekommunikationsunternehmen zu aufwändig ist.

Zum Glück ist es für Telekommunikationsunternehmen weit weniger aufwändig, die Kunden und die Mitarbeiter zu bespitzeln, als auf ihre Fragen einzugehen. So brauchen doch nicht alle Arbeitsplätze ausgelagert zu werden.

Goethe ließ es seinen Mephisto kürzer sagen: „Bei der verschmähten Liebe, beim höllschen Elemente, ich wollt‘, ich wüsst‘ was Ärgrers, dass ich fluchen könnte.“