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Thesen zur Gerechtigkeit

17. August 2011

1. Gerechtigkeit ist aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt.

  • Unparteilichkeit („ohn Ansehn der Person“)
  • Gegenseitigkeit („wie du mir, so ich dir“)
  •  Gleichbehandlung („Gleiches gleich, Ungleiches ungleich“)

Daher gibt es keinen Bereich, wo man nur von Gerechtigkeit und nicht auch von Unparteilichkeit oder Gegenseitigkeit oder Gleichbehandlung sprechen kann.
2. Gerechtigkeit unterscheidet sich von Fairness dadurch, dass sie nicht von einer Person ausgeht, sondern von einer Autorität/Institution.
3. Gerechtigkeit hat eine konfliktmindernde Funktion in Gruppen oder Gesellschaften („Schmiermittel“).
4. Gerechtigkeit spielt nicht nur in Konflikten eine Rolle, weil sie Konflikte verhüten kann.
5. „Gerechtigkeit verlangt den Blick mit den ‚Augen der Menschheit’“ (A. Sen Die Idee der Gerechtigkeit, S.157)

Begründung:

a. Lokal oder zeitlich beschränkte Kriterien werden Gesamtzusammenhängen nicht gerecht.1

b. Wir leben inzwischen in einer Weltgesellschaft2, deshalb muss es zwischen allen Menschen gerecht zugehen, wenn Konflikte vermieden werden sollen.

1Plato u. Aristoteles hielten Sklaverei und Kindstötung für angemessen, weil sie es nicht anders kannten.

2Wenn sich unser Verhalten nahezu unmittelbar auf andere auswirkt, gehören wir in dieselbe Gesellschaft wie diese anderen.