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Fleisch und Diesel statt Kampf gegen den Hunger

9. Juli 2010

Eine knappe Zusammenfassung des Welternährungsproblems bietet Wolfgang Kessler unter der Überschrift „Der Hunger der Reichen“ in Publik Forum.

1,2 Milliarden Menschen hungern, nicht weil zu wenig Nahrungsmittel produziert würden und zu wenig Land da wäre, sondern weil Nahrungsmittel und Land denen zugeteilt werden, die dafür bezahlen können.

We feed the World“ beschreibt es richtig.

Leider ist es für den einzelnen weit leichter, sparsam zu wirtschaften, als ökologisch und sozial verträglich zu konsumieren.

Denn die Preise sagen nicht die ökologische Wahrheit und was als unser nationales Interesse auch mit Waffengewalt vertreten wird, ist nicht, dass wir nicht mitschuldig werden am Tod von Millionen von Kindern.

Aber man braucht sich nicht alle Informationen zusammenzusuchen. Auf der Internetplattform für strategischen Konsum wird zusammengetragen, was man braucht, um sozialverträglich zu konsumieren.

Doch wer es einfacher haben will: Weniger Fleisch essen, weniger Auto fahren oder gar fliegen und sein Haus stärker dämmen, damit es im Sommer kühler und im Winter wärmer bleibt, sind einfach verständliche Rezepte. (Wer ein wenig anspruchsvoller ist, kann hier 10 Regeln zum Öleinsparen lesen.)

Aber wenn der Billigflug doch nur 10 Euro kostet?

Wir zahlen 10 Euro und unsere Kinder die Zeche.

Auf in die neue Krise!

17. August 2009

Abschaffung der Klima-Auflagen für Unternehmen, Lockerung des Kündigungsschutzes, keine Mindestlöhne und Steuervergünstigungen für die Industrie. Das ist das Programm, das Wirtschaftsminister zu Guttenberg in seinem Ministerium hat ausarbeiten lassen.
Wenn man wie die Bildzeitung zu Guttenberg unbedingt mit Barrak Obama vergleichen will, so kann das Ergebnis nur lauten: das absolute Gegenprogramm zu Obama: kein Klimaschutz, kein Vertrauen in die Einsatzbereitschaft der Bevölkerung, sondern: Bedient die Industrie, dann werdet ihr auch etwas von ihr zurückbekommen.
Für die Politiker pflegt die Rechnung aufzugehen. Wie viele hochbezahlte Lobbyisten waren vor gar nicht so langer Zeit noch Politiker!
Aber für die Bevölkerung geht die Rechnung nicht auf. Die Ernte aus Politik nach dem Wunsch der Manager haben wir in der Finanzkrise eingefahren. Die Wirtschaftskrise steht uns erst noch bevor!

Spekulantin Merkel

5. Dezember 2008

Merkel folgt George W. Bushs Spuren. Wenn die anderen etwas für den Klimaschutz tun, habe ich einen nationalen Wettbewerbsvorteil, wenn ich es nicht tue.
Wenn schon ihr Selbstrespekt sie nicht davon abhält (eine kluge Frau sollte keinem dummen Mann nacheifern), so sollte sie doch die politischen Folgen bedenken. Bush hat seine Nation herabgewirtschaftet und seine Partei auch.
Vor allem aber sollte ihre Verantwortung als Mensch sie vor solch chauvinistischem Spekulantentum bewahren. Darf sie wirklich für vier Jahre – gefühltem – Wettbewerbsvorteil der Menschheit Billionen von Euro als Folgekosten aufladen?
Wenn man dann noch bedenkt, dass Umweltschutzmaßnahmen das beste Konjunkturförderungsprogramm werden könnten, dann kann man der Hasardeurin bescheinigen, dass der Einfall, Deutsch als die Sprache der Deutschen zu entdecken, demgegenüber geradezu ein Geniestreich ist.
Ärgerlich, dass die Kommentatoren sich an solcher Lappalie abarbeiten und die unverantwortliche Entscheidung der „Klimakanzlerin“, die Zukunft der Menschheit einem vorgeblichen nationalen Vorteil zu opfern, nicht deutlicher kritisieren.

Nachtrag:
Inzwischen melden sich doch etwas mehr Kritiker zu Wort. Während von Heusinger freilich nur das Konjunkturprogramm vermisst, erinnert Klaus Töpfer zu Recht daran, dass für den Fall ausbleibender Umweltschutzmaßnahmen der weltweite Rückgang des Bruttosozialprodukts vom ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Nicholas Stern 2006 auf 20% berechnet wurde. (vgl. Stern-Report)
Und in den USA ist man auch nicht glücklich, dass Merkel die Bush-Nachfolge antreten will.