Posts Tagged ‘Kommunikation’

Zum Bloggen einladen

16. März 2009

Sehr eindrucksvoll beschreibt Ina Müller-Schmoß, die Betreiberin von Blogpatenschaften, was sie alles getan hat, um Leute, die etwas zu sagen haben, zur Publikation im Netz zu bewegen. Sie lädt zu Gastbeiträgen in ihrem Blog ein. Diesmal war sie ihrerseits in Cspannagels Blog eingeladen.

Das Übliche

9. Juni 2008

Die Kommunikationsverweigerung, die von Telekommunikationsunternehmen betrieben wird, wäre sprichwörtlich, wenn noch die Zeit für Sprichwörter wäre.

So ist sie nur Gegenstand von ungezählten Klagen, Berichten über groteske Auswüchse und manchen gelungenen Witzen.

Dabei ist sie genauso wie der Frust mit dem Computer systemimmanent. Der Computer reagiert perfekt, wenn sämtliche Voraussetzungen dafür gegeben sind. Ist das nicht der Fall, ist Fehlersuche gefragt. Die ist aufwändig und wird aus Sicht der Hersteller als Gesamtheit am besten durch die Anschaffung eines neuen Computers und Stilllegung des fehlerbehafteten ersetzt. Da der einzelne Hersteller allerdings damit rechnen muss, dass ihm so sämtliche Kunden verloren gehen, wird er dreierlei installieren: Erstens einen computergesteuerten „Kontakt“, der Kontaktaufnahme mit allerlei Buchbinder-Wanninger-Tricks zu verhindern sucht. Zweitens – für hartnäckigere Kunden – einen Telefonbeantwortungsdienst, der so lange höflich sein soll, bis der Anrufer selbst sein Problem gelöst hat oder doch zumindest versucht, jemanden zu finden, der ihm sein Problem löst. (Dass dieser Job frustrierend ist, kann man sich denken. Deshalb sind auf diesem Bereich für Frustrationstolerante immer wieder mal Arbeitsplätze zu erhalten.) Drittens – für Kunden, die einen für ihr Computerproblem unzureichenden Bekanntenkreis haben und sich auf den auf ihr Problem bezogenen Internetforen nicht genügend auskennen oder sie nicht erreichen, weil sie keinen Ersatzzugang zum Internet haben – eine teure Hotline, wo Spezialisten sitzen, die das Problem vermutlich lösen könnten, wenn man es ihnen sachgerecht beschriebe.

Ergebnis: Die Telekommunikationsunternehmen schaffen Arbeitsplätze für eine Unzahl von Selbständigen, die versuchen, den Service zu bieten, der den Telekommunikationsunternehmen zu aufwändig ist.

Zum Glück ist es für Telekommunikationsunternehmen weit weniger aufwändig, die Kunden und die Mitarbeiter zu bespitzeln, als auf ihre Fragen einzugehen. So brauchen doch nicht alle Arbeitsplätze ausgelagert zu werden.

Goethe ließ es seinen Mephisto kürzer sagen: „Bei der verschmähten Liebe, beim höllschen Elemente, ich wollt‘, ich wüsst‘ was Ärgrers, dass ich fluchen könnte.“

Kommunikation im Internet

29. Mai 2008

Einen interessanten Dialog finde ich in Michael Kratky’s Weblog. Er geht von der These aus, „dass die Wikipedia auch für die Wissenschaft, zum Beispiel als Ort der Selbstpräsentation, immer attraktiver wird. […]

Ein Extrembeispiel, das die eben aufgestellte These aber bestätigt, stellt der folgende, hier verkürzt und anonymisiert wiedergegebene Austausch zwischen einem Professor und einem 13-jährigen Schüler dar:

– Ist irgendwie zu hoch für mich, bedarf einer gründlichen Überarbeitung, ich verstehe nur Bahnhof!–18:00, 16. Feb.

– Kommt Ihnen die überarbeitete Fassung entgegen? –20:01, 17. Feb. 2007 (…)Gerade habe ich deine Selbstvorstellung gelesen: Schüler, 13 Jahre alt. Für dich ist dieser Artikel (leider) nicht geschrieben – obwohl ich mich freuen würde, wenn ich ihn so verständlich schreiben könnte, dass auch du ihn verstehst, und er dabei dennoch auch für Lehrer (und interessierte “Laien”) informativ wäre. Bleiben wir im Dialog? –20:04, 17. Feb.

– Ich sehe dass du dir sehr viel Mühe gegeben hast. Das ist ja erst die Rohfassung, vielleicht ändert sich in nächster Zeit ja noch etwas. Wikipedia ist ja für alle und es finden sich sicher noch welche, die mithelfen und vielleicht wird der Artikel dann auch so, dass ich ihn verstehe! ;-)–12:00, 18. Feb. (…)

– Ich habe den Artikel nochmals überarbeitet, vereinfacht, gekürzt. Ich habe dabei ziemlich stark an dich (…)gedacht und mich gefragt, was du jetzt verstehst und was nicht. Deine Skepsis war hilfreich für mich! Danke! (…)

Was verstehst du noch nicht? — 14:06, 19. Feb.

– Ähm, die Methodische Umsetzung und die Sieben Prinzipien! — 18:05, 19. Feb.

– “Sieben Prinzipien” sind jetzt zu drei “methodischen Aspekten” reduziert. (…) Was konkret ist an der “methodischen Umsetzung” nicht verständlich? –13:21, 25. Feb.

– Ich hab es jetzt noch einmal durchgelesen und verstanden! –14:05, 25. Feb.

– Ich verbuche das als Kompliment und bin entsprechend stolz. Danke für deine Hartnäckigkeit.– 13:56, 28. Feb.“

Natürlich ist das ein Extremfall; aber die Kommunikation zwischen Spezialisten und Laien ist bei Wikipedia durchaus an der Tagesordnung und führt laufend zur Verbesserung von Artikeln. Nicht zuletzt, weil nicht selten der Artikelschreiber der Laie ist.