Posts Tagged ‘Kunst’

Banksy

9. Mai 2014

Wie der Wunderrabbi von Michelstadt wirkt auch Banksy wie aus der Zeit gefallen.

Ein Künstler, dessen Werke in der Preisklasse von 1 Million € pro Stück rangieren, der unbekannt bleiben will und sie illegal an irgendwelche Wände sprüht.

Und das in einer Zeit, wo die Veranstaltungen aus dem Boden sprießen, wo Leute, um bekannt zu werden, die hässlichsten Demütigungen auf sich nehmen.

Er  installierte 2006 die Skulptur eines Guantanamo-Häftlings im Disneyland Resort.[17] (sieh: Banksy)

Er imponiert mir und trotz der Preise, die seine Werke jetzt bringen, scheint er mir noch nicht bekannt genug.

vgl. auch „Mobile Lovers“: Banksy-Kunstwerk rettet klammen Jugendclub (SPON, 8.5.14)

Was braucht ein Künstler für seine Arbeit?

7. Mai 2012

Der Künstler muss für seine Leistung belohnt werden können. Gegenwärtig wird aber primär der Verleger belohnt. Und das bis 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers.
Ist irgendwie wie bei der Pharmaindustrie. Natürlich muss die Forschungsleistung belohnt werden, aber nicht unbedingt die Vermarktung zahlloser Produkte.
Das ändert nichts daran: Mäzenatentum und Zensur durch die Kirche sind keine Alternative zu verlegerischer Arbeit. Aber es wird gewiss in irgendeiner Zukunft ein anderes Modell zur Versorgung des Künstlers mit den ihm nötigen Arbeitsvoraussetzungen geben. Warum sollte es nicht gerechter werden können als das gegenwärtige Verlagssystem?

Mäzenatentum und Zensur durch die Kirche sind keine Alternative zu verlegerischer Arbeit. Aber es wird gewiss in irgendeiner Zukunft ein anderes Modell zur Versorgung des Künstlers mit den ihm nötigen Arbeitsvoraussetzungen geben. Warum sollte es nicht gerechter werden können als das gegenwärtige Verlagssystem?

Diesen Text hat richtiges leben in mir generiert. Danke!

Darf Kunst unverständlich oder gar abstoßend sein?

16. Juli 2011

Kunst kann Menschen Erfahrungen und Flow-Erlebnisse ermöglichen, die weder über Wissenschaft noch über Philosophie erreichbar sind. Das gilt zwar besonders für Musik, aber auch für andere Künste. Wer Ausdrucksformen findet, die in seiner Zeit zunächst von niemandem, auch nicht von Künstlerkollegen verstanden werden, kann dazu beitragen, dass anderen Erfahrungen möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Der Prüfstein für Kunst liegt nicht in der Gegenwart.

Freilich, niemand sollte sich verpflichtet fühlen, etwas für Kunst zu halten, was nicht zu ihm spricht. Dass in der bildenden Kunst nicht selten Mittelmaß durch geschickte Vermarktung in ihrem Verkaufswert weit über Kunst steht, die neues Sehen, Fühlen und Denken ermöglicht, ist nicht erst eine Erfahrung des 20. und 21. Jahrhunderts.

Unverständliche, hermetische, Kunst ist nicht per se besser, aber auch nicht per se schlechter als leicht zugängliche. Doch auch was Milliarden von Menschen gefällt, ist nicht per se schlechter als das, was „die Menge gleich verhöhnet“.