Posts Tagged ‘Lernen’

Lernen heute und morgen

26. November 2011

N. Stöcklin: Bildung im Blick auf den Leitmedienwechsel
CSpannagel: LernZeitRäume
Schule: LernZeitRäume

Im Augenblick habe ich nichts hinzuzufügen.

Generationenübergreifendes Lernen

21. Juni 2011

Christian Spannagel hat im Zuge seiner opco11-Veranstaltung (http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Cspannagel/opco11)
die Diskussion im Etherpad angestoßen, die ich hier ungeordnet herstelle. Bis Mittwoch 18:00 soll das Ergebnis da sein (das natürlich ein Anstoß zur weiteren Diskussion sein soll).

Sammelt hier Ideen und vor allem auch Links zu bestehenden Ansätzen für gemeinsames Lernen von Jung und Alt im IT-Kontext!
  • Plattform, die Senioren beim Online-Lernen unterstützen möchte: http://www.senioren-lernen-online.de –> Nun, hier helfen sich zwar Ältere und noch nicht ganz so Alte gegenseitig: Aber im Sinne der Aufgabe „generationsübergreifend“ ist das wohl nicht!? Muss denn Lernen „generationsübergreifend“ stattfinden? Wollen Jüngere überhaupt von den Alten lernen? Lassen sich Alte von den jungen „Hupfern“ gern was beibringen? Und bedeutet Lernen für Alte nicht etwas ganz anderes als für Junge? Sprich: Junge lernen möglicherweise hauptsächlich, um im Leben voranzukommen, einen guten Beruf ergreifen zu können, Karrierre zu machen und Geld zu verdienen. Das ist aber für Alte meistens kein Thema mehr. Die altersbedingten Lerngründe stimmen. Wenn jedoch der Kursinhalt, wie zB bei Deutsch als Fremdsprache, im Vordergrund steht, wird das Lernen mit digitalen Medien als Technologie unterstütztes Lernen empfunden. In dem Falle wird generatiosübergreifend gearbeitet. Technologische Schwächen werden von der Kompetez der Jüngeren ausgebügelt und erklärt. Die Älteren haben  erstaunlicherweise mehr Lernstrategien, die sie gerne weitergeben. Es herrscht ein natürliches Geben und Nehmen, um dem gemeinsamen Lernziel, dem Beherrschen einer Fremdsprache, näher zu kommen.
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  • Angebote, wie sie SLO bringt gibt es leider zu wenige. Das mag auch daran liegen, dass bei denkbaren Interessenten zu wenig ITG vorhanden ist. Diese Grundbildung sollte nach meinen Erfahrungen für ein Online-Lernen aber unbedingt vorhanden sein. Ich habe mich vor einiger Zeit einmal für ein mehrstufiges Vorgehen ausgesprochen:
    • Angebote, wie sie SLO bringt gibt es leider zu wenige. Das mag auch daran liegen, dass bei denkbaren Interessenten zu wenig ITG vorhanden ist. Diese Grundbildung sollte nach meinen Erfahrungen für ein Online-Lernen aber unbedingt vorhanden sein. Ich habe mich vor einiger Zeit einmal für ein mehrstufiges Vorgehen ausgesprochen: http://www.bloggerpatenschaften.de/senioren-ins-netz-vom-auto-lernen/
    • Schüler lernen englisch über Facebook http://vimeo.com/24377748. Das könnte man auch nutzen, um die Englisch-Kenntnisse der Älteren zu verbessern. Dabei würden die Jüngeren die Rolle „Lehrer“ übernehmen. –> Aber wie  erreicht man es, dass internetferne Seniorinnen und Senioren, die  vielleicht noch nicht einmal einen eigenen Computer haben, solche Ideen  auch umsetzen können? –> Ja, das ist eines der Probleme ;=). Sollten wir drüber nachdenken. –> Genau darum soll es hier gehen! Also: Wer hat Ideen?
    • Deutsch lernen über Weblog (Text und Audio) http://deutschstunde.posterous.com/. (vgl. auch Spanisch Lernen für Ausländer über Weblog http://ssl4you.blogspot.com/ = Vorbild für Deutschstunde) Dieses Konzept sichert u.a. die richtige Aussprache der fremden Sprache. –> Aber wie erreicht man es, dass internetferne Seniorinnen und Senioren, die vielleicht noch nicht einmal einen eigenen Computer haben, solche Ideen auch umsetzen können?–> Ja, das ist eines der Probleme ;=). Sollten wir drüber nachdenken. –> Genau darum soll es hier gehen! Also: Wer hat Ideen?   Ach toll, dass ihr meinen Weblog deutschstunde hier nennt, nur zu Information, das ist der Blog einer Seniorin.
    • Egal, welche Musik wir spielen: Alle oben genannten Beispiele zeigen, dass es bei ITG (=Informationstechnologische Grundbildung) nicht um die Technik von Computer und Internet  (z.B. EVA-Prinzip, RAM, ROM, URL usw.) geht, sondern um die Nutzung derselben (=was kann ich damit tun, wie verbessert es meine Situation usw.).
    • Wichtig ist m.E. die Vernetzung mit anderen Bereichen der Seniorenarbeit wie: Seniorenbeiräte, Mehrgenerationenhäuser, Vereine für gegenseitige Hilfe, Ehrenamtsbörsen u.a.
    Anntheres:
    Horst hat mich gebeten meine Gedanken noch einmal hier mit einzubringen, weil es im Chat nicht so gut lesbar ist. Also kopiere ich es nochmal hier mit ein….und ergänze…
        • Egal, welche Musik wir spielen: Alle oben genannten Beispiele zeigen, dass es bei ITG (=Informationstechnologische Grundbildung) nicht um die Technik von Computer und Internet  (z.B. EVA-Prinzip, RAM, ROM, URL usw.) geht, sondern um die Nutzung derselben (=was kann ich damit tun, wie verbessert es meine Situation usw.).
        • Wichtig ist m.E. die Vernetzung mit anderen Bereichen der Seniorenarbeit wie: Seniorenbeiräte, Mehrgenerationenhäuser, Vereine für gegenseitige Hilfe, Ehrenamtsbörsen u.a.
        Anntheres:
        Horst hat mich gebeten meine Gedanken noch einmal hier mit einzubringen, weil es im Chat nicht so gut lesbar ist. Also kopiere ich es nochmal hier mit ein….und ergänze…
        • Ihr diskutiert hier über Dinge, die in den meisten Städten schon bestehen. In  unserem Kreis gibt es bereits Mehrgenerationenhäuser, auch mit  PC-Ausstattung, ebenso Projekte Schüler mit Senioren. Theoretische Konzepte für eine Förderung sind dort jeweils vorhanden, aber es mangelt an Konzepten für die Ausführung. Auch ist in vielen Fällen eine verlässliche Betreuung nicht gegeben. In Altenheimen kommen zu Anfang ein paar Schüler – dann schläft die Sache wieder ein. Es bleibt also beim Spieleffekt… –> Wie könnte man hier mehr Nachhaltigkeit mit hineinbekommen?
        • Projekte an Schulen: Einen PC-Raum einer Schule zu nutzen, ist meines Erachtens gar nicht unbedingt so sinnvoll. Die Technik ist häufig veraltet, das Internet grottenlahm und die Programme, die man zu Hause hat, nicht vorhanden. Vermittelt wird maximal Internet, OpenOffice Writer und Web.de – direkt im Browser. Selbst wenn die Senioren zu Hause einen PC haben, sieht der wieder ganz anders aus und es fehlt einfach die Orientierung. Man muss es aktuell auch zu Hause umsetzen können, was man  lernt. Und daran scheitert es in den meisten Fällen. Die Schüler gehen oft so an die Sache heran: Was wollen Sie wissen?? Weiss man als Anfänger, was man wissen sollte und wonach man fragen muss?? Wir haben solche Projekte beobachtet – sie bringen die Senioren in den meisten Fällen nicht sonderlich weiter, weil zu wenig Struktur vermittelt wird.
        • Senioren-Internetcafes: In  unserem  Senioren-Internetcafe haben wir …

         

Ein Blick in die Fortsetzung des Beitrags von Anntheres:
… Wir sind alle über 60 – in anderen Einrichtungen ist das auch so. Weder VHS noch Schülerprojekte können das vermitteln. Wenn sie ein gewisses Grundwissen erworben haben, tauschen sie sich auch mit den Kindern und Enkeln aus und erleben eine neue Wertschätzung…Das ist sehr wichtig!!! Irgendwann können sie dann selber auch Wissen vermitteln und das ist ein sehr befriedigendes Gefühl! Also – bleiben wir dran…! Anntheres

•PS: Hier noch ein paar Beispiele für gutes Arbeiten:
•http://www.mausmobil-koblenz.de/artikel/3-presse/58-maus-mobil-koblenz-die-flotten-maeuse-ev
•http://www.altenheime-leverkusen.de/html/Internetcafe.html
•http://www.senioren-in-lohmar.de/home/kirchen/mousemobil-in-lohmar/245-start-eines-mousemobil-projektes-in-lohmar-
•http://seniorenforum-wuerzburg.de/?p=6695
•http://homepage.alice.de/pckurs/
•http://www.awo-bielefeld.de/index.php?id=77
•http://anntheres.wordpress.com/

•Es gibt aber in ganz Deutschland viele gute Einrichtungen, die sich sehr bemühen.
und eine übergeordnete Initiative:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Digitale-Welt/Digitale-Gesellschaft/internet-erfahren,did=299118.html

Allerdings: Projekte Jung und Alt sind meist nur sporadisch – nicht über einen
längeren Zeitraum kontinuierlich und verlässlich – anzutreffen.

•Denkbar interessierte Ältere (=bisher Nicht-Online) wollen eventuell keine ITG, da sie darin keinen Nutzen sehen. Man kann nur Lernen, wenn man WILL.
•Alle denkbaren ANgebote müssen das berücksichtigen und von individuellen Fragen und Problemen ausgehen. Spezielle Lernprogramme sind selten nützlich ;=((.

Und weiter läuft die Diskussion. Am Mittwoch bis 10:00 soll das Ergebnis da sein.
Was sich bis dahin noch tut?

Zensurursula, Twitter, Piratenpartei und die Bildung

26. Juni 2009

Jean-Pol Martin berichtet von der

Vorstellung, dass “die Bildungskompetenz schrittweise von den etablierten Institutionen auf die Online-Communities übertragen wird”. Anders ausgedrückt: die Communities vermitteln technisches Wissen und gleichzeitig auch Allgemeinwissen und Werte, und machen damit Konkurrenz zu den etablierten Bildungsinstitutionen

Ehrlich gesagt, so irrsinnig viel Kompetenz – Ausnahmen bestätigen die Regel – sehe ich bei den Communitys (die deutsche Sprache sollte ihre eigenen Regeln behalten, vgl. Dieter E. Zimmer) nicht unbedingt. Dass man Internetkontakte an die Stelle von Blick- und Umfeldkontakten setzt, wird dem Einzelnen nur im Ausnahmefall helfen. Mediation über Internet ist ähnlich hilfreich wie Eliza als Therapeutin. (Wie soll herüberkommen, dass der andere mir zuhört, dass er mich ernst nimmt, mich versteht, dass er aber genauso meinen Streitpartner ernst nimmt und versteht? Wie soll das Verstehen vom Vermittler auf die Streitpartner übergehen, wenn nicht in einem Raum, wo man fühlt, wie der andere zu einem steht?) Womit ich nichts gegen das Schiedsgericht der Wikipedia gesagt haben will. Aber Kinder und Jugendliche brauchen den persönlichen Kontakt, und vornehmlich dafür braucht auch derjenige, der sie stärken will, Kompetenz.

Ein Kompendium von Argumenten gegen die Bildungswirksamkeit von Web 2.0

16. Mai 2009

Die neue Wissenskultur ist eine des rasant lernfähigen Dilettantismus, einer hypereffizient flachen Hierarchie der Wissenskommunikation zwischen Blogs und Wikis und Unkonferenzen, auf denen das Publikum mehr zum Thema zu sagen hat als der Referent.

Kürzer, als es Christian Heller hier getan hat, wird man kaum zusammenfassen können, welcher Illusion manche Befürworter von Web 2.0 unterliegen. Der Einzelne schafft sich sein neuronales Netz. Hilfe überflüssig.
Dagegen setze ich Lernen durch Lehren: Erst was man lehren kann, hat man richtig gelernt. Aber dazu muss man Lehren lernen, d.h. man muss lernen, wie man das, was im Netz auf einen einströmt, sinnvoll organisiert.
Dabei kann einem geholfen werden: durch Vorbilder und durch Kommunikation.

Nachtrag vom 16.3.2010:

Diese Kritik an der Illusion bedeutet aber nicht, dass ich die Möglichkeiten von Web 2.0 geringschätzte. Die Gesprächskultur im Internet bietet Diskussionsmöglichkeiten, wie man sie vor Ort nur selten findet.

Nachtrag vom 11.7.:

Vgl. dazu jetzt auch Fontanefan.

Lernen durch Bloggen

15. Mai 2009

Wenn man wie Jean-Pol Martin aus seinem Blog etwas lernen will, ist es sinnvoll, wenn man den Bloglesern einen möglichst guten Einblick in seinen bisherigen Lernprozess gibt.

Das hat Martin mit der Systematisierung seines Blogs als „Vorlesung“ vorbildlich getan. Zugegebenermaßen erleichtert er damit auch seinen Lesern den Zugang zu seinem Gedankengebäude. Er hilft ihnen also beim Lernen.

Aber er braucht sie ja auch für seine „kollektive Wissenskonstruktion“, denn er will ja weiterlernen.

Lob der Not?

14. Mai 2009

Jean-Pol Martin meint „Ohne Not denkt der Mensch nicht„. Das könnte einen im Blick auf Finanzkrise, Rezession und Klimawandel optimistisch stimmen.

Ich glaube aber, es kommt noch etwas anderes hinzu: Damit man erfolgreich lernen kann, muss man einmal die Erfahrung gemacht habe, dass Lernen sich lohnt.
Dazu gehört, dass man Rückmeldungen wahrnimmt, damit man sich weiter verbessern kann. Rückmeldungen können sehr schmerzhaft sein, dürfen aber die Freude am Lernen nicht trüben.

Dass die Rückmeldungen, die Finanzkrise und Klimawandel geben, von vielen Managern und Politikern so beharrlich ignoriert werden, weil sie die Schmerzen scheuen, das lässt daran zweifeln, dass sie an der richtigen Stelle stehen.

Wie der Lehrer bei Lernen durch Lehren lehrt

10. Februar 2009

Zu Recht wollen Leute, die sich in einen neues Arbeitsfeld einarbeiten wollen, nicht, dass jemand ihnen sagt: „Bringt euch das mal gegenseitig bei.“

Wozu hat man den Kenner der Materie, wenn er nicht aktiv wird?

Nur, wenn er seine Materien sehr gut kennt, kann er auch beurteilen, was davon einzelne (oder ein Team von zwei oder drei) sich selbst erarbeiten können und was nicht.
Dass der aber, wenn er LdL gelernt hat und es für die betreffende Lehraufgabe für die richtige Methode hält, besser über LdL lehren kann, muss man erst erfahren. Das lässt sich nicht erklären.
Wenn man Jean-Pol Martin aufmerksam liest, wird man feststellen, dass er, sobald er LdL nicht mehr plakatieren will, sondern versucht, es verständlich zu machen, immer weniger von den Schülern und immer mehr von seinen Aktivitäten spricht. Die Schüler sprechen übrigens auch weniger von ihren Aktivitäten, wenn sie LdL erklären wollen, als von denen des Lehrers.

Zu Recht sagt Martin, dass er nicht sagen kann, was er macht, sondern, dass man ihn dabei erleben muss. Zum Lernen braucht man den Experten. Aber der sollte beurteilen können, wann und wo die Eigeninitiative der „Schüler“ einsetzen kann.

Die übliche Erfahrung ist doch, dass nur die, die von der Sache nicht viel verstehen, die Verantwortung für das Lernen der Gruppe gerne abgeben.  Der Experte gibt die Verantwortung nicht ab. Nur wird er verhindern, dass ein Gruppenmitglied seine Verantwortung abgibt. Das zu verhindern, dafür scheint LdL recht geeignet.

Wie lehrt man?

29. Januar 2009

Platons Sokrates und Rousseau (in Emile) sind davon ausgegangen, dass man dem Lernenden die Möglichkeit eröffnen sollte, sich neues Wissen zu verschaffen (”Wissen kostruieren” würde J-P Martin es nennen).

Dafür muss insbesondere Platons fiktiver Sokrates immer wieder den Hochmut der Unwissenden überwinden, damit sie entdecken können, was es für sie zu lernen gibt.

Lehren bedeutet nicht, den Lernenden mit „Wissen“ zu bedienen, sondern ihm den Weg zu eröffnen, sich Wissen zu verschaffen.

Im Zusammenhang mit der Wikipedia bedeutet das für mich: Ich würde Lernenden nicht die Wikipedia empfehlen, denn Erleichterungen sprechen sich sowieso rasch herum. Aber ich würde jedem Lernenden empfehlen, für Wikipedia zu schreiben zu versuchen, denn dabei ist die Chance groß, dass er Wissenslücken entdeckt, bei sich und in der Wikipedia. Und dass er dann versucht, sie zu schließen. (Wenn er lernfähig bleibt, wird er ein Leben leben lang damit beschäftigt sein. Aber natürlich braucht es dafür nicht die Wikipedia.)