Posts Tagged ‘Nachhaltigkeit’

Weltraumschrott

7. September 2010

Über 580 000 über 1 cm große Schrottstückchen befinden sich unbeobachtet auf Umlaufbahnen um die Erde. Nur 13 000 werden beobachtet.

Wiederholt ist es im Weltraum zu Zusammenstößen gekommen, immer wieder gibt es auf  Weltraumstationen Schrottalarm, weil ein Zusammenstoß zu befürchten steht. Meist können Ausweichmanöver erfolgreich durchgeführt werden.

Der Weltraum mit seinen unendlichen Weiten zeigt uns Menschen wieder mit aller Deutlichkeit, dass es ein Wegwerfen nicht gibt. Selbst was wir von der Erde entfernen, kann unsere Lebensvollzüge bedrohen. Funksatelliten sind schon zerstört worden, weil sie mit alten zusammenstießen.

Inzwischen hat man auch für den Weltraum Regeln eingeführt, wie mit dem Müll umgegangen werden soll (z.B. kontrolliertes Abstürzen von Weltraumstationen ins Meer). Zu spät, aber, weil die kleinen Teile beim Eintritt in die Atmosphäre restlos verglühen, mit relativ geringen Auswirkungen auf der Erde. Doch die Weltraumnutzung ist durch den Müll ganz erheblich gestört. Auch wegen dieser Gefahren (seit 1991 unter dem Namen Kesslersyndrom viel zu wenig bekannt) waren die Tests für Antisatellitenwaffen so hochproblematisch.

Bundespräsident Köhler ist lernfähig

24. März 2009

In seiner heutigen Berliner Rede hat Bundespräsident Horst Köhler zwar über zwei Drittel der Rede nur taktischen Fragen des Krisenmanagements gewidmet, aber dann ist er doch auf die großen strategischen Fragen eingegangen:
Ressourcen aufbrauchendes Wachstum löst keine Probleme, sondern es verschäft sie nur.
Die Gesellschaft muss es honorieren, wenn Menschen Menschen helfen. Es darf nicht sein, dass jemand, der nur getarntes Glücksspiel betreibt, hunderttausendmal besser bezahlt wird als jemand, der tröstet und Leben rettet.
Wir dürfen unseren Lebensraum nicht zerstören, wenn wir überleben wollen.
Andere haben zwar schon seit Jahrzehnten darauf hingewiesen. Aber Host Köhler hat am 15.3.2005 eine Rede gehalten, in der er folgende haarsträubende These aufgestellt hat:

Was der Schaffung und Sicherung wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze dient, muss getan werden. Was dem entgegensteht, muss unterlassen werden. Was anderen Zielen dient, und seien sie noch so wünschenswert, ist nachrangig.

Bewahrung der Schöpung, Schutz der Menschenrechte, Trost und Hilfe für Notleidende und Sterbende. Alles galt ihm nichts im Vergleich zu renditeschaffenden Erfindungen zur verantwortungslosen Übertragung von Risiken auf andere.
Heute denkt er anders. Er ist lernfähig.

Doch mit dieser Feststellung werde ich ihm nicht gerecht. Ich berücksichtige nicht, wie viel es bedeutet, als bekannter Politiker in der gegenwärtigen Situation dazuzulernen.
Angela Merkel wusste schon lange, dass Umsteuern in Richtung von Nachhaltigkeit für die Menschheit überlebenswichtig ist, jetzt aber ist sie bereit, dieses Ziel beiseite zu lassen, um eine Rezession abzuschwächen, die nicht im entferntesten so katastrophale Folgen haben würde wie das dauerhafte Leugnen der Umweltfolgen menschlichen Handelns.

Deshalb danke ich dem Bundespräsidenten, dass er den Blick auch auf die Fragen richtet, die über das Überleben der Menschheit entscheiden werden.