Posts Tagged ‘Schule’

Lesenswert zum Thema Schule und Lernen

16. April 2009

Wer etwas zur Innensicht von Schule erfahren will, findet in den 10 von Lehrerfreund herausgestellten Lehrerblogs viel Lesenswertes und manche interessante Diskussion.
Leider fehlen in dieser Aufstellung Schülerblogs. Deshalb verweise ich hier auf die Blogliste von Herrn Rau (Lehrerzimmer), wo 14 Schülerblogs angeführt sind, und weise auf meinen derzeitigen Lieblingsschülerblog hin: Klassenraum. Da Schüler zum Glück nicht Schüler bleiben, wird man diese Listen freilich immer wieder aktualisieren müssen.
Ich wünsche allen Schülerbloggern einen guten Schulabschluss und hoffe, gelegentlich auf den einen oder die andere wieder im Netz zu treffen. Da wird es dann neue Innensichten zu studieren geben.

Weiter zur Diskussion von Lernen durch Lehren

24. Januar 2009

Selbstverständlich werden, wenn man über etwas berichtet, nur Teile der Wirklichkeit wiedergegeben. Seine eigene Sicht der Wirklichkeit kann man sich erst bilden, wenn man sie sieht. Wer hätte daran gedacht, dass zur Methode von LdL auch gehört, dass der Lehrer die Schüler versehentlich unterbricht und sie dadurch bei ihrem Unterricht behindert, wie wir es von Lena erfahren?

Zwar ist es natürlich. Wenn jemand zu helfen versucht, wird er es auch mal zur Unzeit tun. Aber weder das Eingreifen in die Unterrichtsarbeit der Schüler noch die Fehler, die dabei passieren, sind spezifische Charakteristika von LdL. Zur LdL-Wirklichkeit gehören sie aber untrennbar dazu.

Dass auch Lena uns – trotz des Eingeständnisses, dass sie mit der Einbeziehung von Computer und Internet nicht ganz glücklich ist – nicht alles über ihre LdL-Wirklichkeit erzählt, ist klar. Dass eine einzelne Stunde gesehen zu haben, nicht ausreicht, alle Spezifika von LdL-Praxis kennenzulernen, dürfte auch klar sein.

Lernen durch Lehren in der Diskussion

19. Januar 2009

Eine Beobachterin des LdL-Unterrichts von Jean-Pol Martin schließt ihre Reflexion mit dem Satz „Ein weiterer Aspekt warum LdL anstrengend ist und warum nicht jeder das Zeug dazu hat.“.

Ich denke, dass das Konzept fruchtbarer ist, als es in dieser Formulierung mitschwingt. Man braucht nicht Martins Unterrichtsstil zu folgen, wenn man Lernen durch Lehren einsetzt.

Die öffentliche Diskussion über von Martin geführten Unterrciht nach dem LdL-Konzept wird Anhaltspunkte ergeben, ob ich damit Recht habe. Jedenfalls sollte sie Lehrer ermutigen, zu erproben, wie weit das Konzept für sie fruchtbar ist. Dazu werden sie es ihrer Unterrichtssituation und ihrer Lehrerpersönlichkeit anpassen, ob sie wollen oder nicht.

Lernen durch Lehren (Blogparade)

16. Januar 2009

Die Blogparade der Maschendraht-Community gibt mir den Anlass auf Lernen durch Lehren (LdL) hinzuweisen.

Dabei geht es zunächst darum, dass Schüler dadurch, dass sie anderen etwas vortragen, selbst dazu gebracht werden, sich intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen, wie es auch bei Referaten und Präsentationen geschieht. Darüber hinaus werden bei Lernen durch Lehren die Schüler aber auch dazu angeleitet, ihren Unterricht selbst zu organisieren.

Das heißt, die lehrenden Schüler verwenden alle Unterrichtsmethoden, die auch ein Lehrer üblicherweise einsetzt wie Arbeitsblätter, fragend-entwickelndes Verfahren, Videos, andere Medien, Arbeit am Wiki u.ä.. Deshalb wird der leistungsstärkere Schüler nicht gleichmütig die Minderleistung des leistungsschwächeren hinnehmen, denn er wird ja immer wieder darauf angewiesen sein, Stoff, der ihm von diesem vorgestellt wird, aufzunehmen. Deshalb ist es sein Interesse, dem anderen zu vermitteln, wie er den Stoff erfolgreich vorstellen kann. Und der Leistungsschwächere braucht nicht neidisch die Bravourleistung des Spitzenschülers zu bewundern, sondern kann die Tatsache, dass der andere auch Schüler mit Schülerinteressen ist, nutzen, ihn dazu zu bringen, nicht vor dem Lehrer zu glänzen, sondern ihm, dem Mitschüler, beim Verstehen zu helfen.

Einen Haken hat die Methode freilich: Die Schüler, die nicht für sich, sondern für den Lehrer lernen – und das sind gar nicht so wenige – haben eine Motivation weniger.

In der Praxis freilich ist das weniger problematisch, weil das Engagement des Lehrers nicht nur bei der Anleitung zum Lehren, sondern auch beim Aussuchen der Stoffe, bei der Ermutigung, bei Unternehmungen, die über den Unterricht hinaus führen, sichtbar und damit auch motivierend wirksam wird.

Wie weit – die aktuelle Anleitung gehen kann – zeigt Spannagels Bericht von Jean-Pol Martins (des Begründers von LdL) konkretem Unterricht.

Er zeigt damit auch, dass bei derselben Methode die Rolle des Lehrers ganz unterschiedlich eingebracht werden kann.

Zettel, SMS und Twitter

12. Dezember 2008

Da Schüler ohnehin mehr und mehr an ADS leiden (oder durch das mediale Überangebot so überangeregt werden, dass sie in kontinuierlicher Arbeit an einem (!) Ziel immer weniger Sinn sehen), scheint mir gerade die Volatilität, die sich im Internet ergibt, ein ganz kritischer Aspekt bei der Einführung von Web 2.0 in die Schule.
Ob Schüler Zettel, SMS, StudiVZ oder Twitter verwenden, um sich während der doch so arg langweiligen Racine-Alexandriner etwas Unterhaltung zu gönnen, läuft nahezu auf dasselbe hinaus.
Der wichtige Unterschied ist aber: Beim Zettelverschicken haben Schüler noch das Gefühl, einer Anforderung auszuweichen. Beim Twittern könnten sie meinen, dem Lehrer mit seinem überholten Bildungsverständnis weit voraus zu sein.
Andere sehen Web 2.0 weit optimistischer.

Schule kann gelingen

24. Mai 2008

Herr Rau schreibt über den Bericht Enja Riegels über die Helene-Lange-Schule, dass er einerseits etwas neidisch ist, andererseits etwas enttäuscht, dass er nicht mehr über den Weg zum Erfolg erfährt. (So ging es mir bei der Lektüre auch.) Dann fährt er aber zu Recht fort: „Das Buch von Riegel sagt leider nicht, wie man dorthin kommt, wo die Helene-Lange-Schule ist, und auch das hat schließlich zwanzig Jahre gedauert – aber es zeigt, dass es möglich ist. Man muss wohl ein Ziel haben, auf das man nach und nach hinarbeitet.“

Wichtig ist aber ein zweites, worauf er hinweist: „Ansonsten, und das ist das, was ich von dem Buch vor allem mitnehme, gelten für diese öffentliche Schule im Prinzip die gleichen Lehrpläne, Vorschriften, Erlasse wie für alle anderen Schulen. Manche davon muss man kreativ erfüllen, andere umgehen. Und das kann man anscheinend, wenn man will.“ (Hervorhebung von Apanat)

Damit man das erreichen kann, was Kultusminister mit ihren Vorschriften erreichen wollen, muss man bereit sein, diese Vorschriften zu umgehen.

Das ist leider nicht ungewöhnlich, aber es macht es nicht einfacher, sich mit gutem Gewissen an solche Vorschriften zu halten.