Posts Tagged ‘Überwachung’

Konzern und realexistierender Sozialismus

5. Juni 2008

Warum genügt es nicht, wenn die Kunden an das

Produkt glauben, warum müssen auch die Mitarbeiter

zu unbedingter Produktliebe erzogen werden? […]

Der Abstand zwischen realer Personalführung

und den Lehren der betriebswirtschaftlichen
Handbücher ähnelt oft dem Abstand des DDR-Alltags

zu den geschätzten Klassikern.
[…] befremdliche Systemkonvergenz zwischen einem
kapitalistischen Konzern und dem realsozialistischen

Staat […] entstehen die Parallelen notwendig, wo es

keine Gewaltenteilung gibt, wo äußerer Druck sich

in inneres Misstrauen verwandelt und die Psyche

der Führenden sich unter dem Gewicht der Erwartungen zersetzt?

(„Mit Hörer und Sichel“ von Jens Jessen, S.43 in ZEIT vom 5.6.08 )

Checks and Balances. Das fehlt den gegenwärtigen Konzernstrukturen unter dem Diktat der Kaptalgeber, die Superrenditen verlangen. Der befremdliche Kriegszustand, in dem sich die Konzerne fühlen und in dem die Rücksichtnahme auf menschliche Bedürfnisse und die Beachtung der Menschenrechte verkümmern, er ist de facto ein Kampf gegen Kunden und Verbraucher, denn er richtet sich gegen alle mündigen Staatsbürger.

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Lidl kapituliert im Milchstreik

5. Juni 2008

Laut Spiegelonline hat Lidl im Milchstreit nachgegeben. Das freut mich für die Bauern und deswegen, weil Lidl offenbar gegenüber den kritischen Meldungen über Überwachungen doch nicht ganz unempfindlich geblieben ist, sondern versucht, nicht zu bald wieder neuen Ärger zu haben.

Die Bauern bleiben skeptisch. Andererseits hat die EU eine Prüfung angekündigt, ob es sich um einen unerlaubten Boykottaufruf handelte. Im Blick darauf, dass jeder Hersteller mit Bokott drohen könnte, ist mir das schon recht, auch wenn ich in der Preisfrage voll auf Seiten der Bauern stehe.

Nachtrag vom 6.6.: Der Erfolg der Bauern ist nach Aussage der FR dem europäischen Milchverband zuzuschreiben, nicht dem Bauernverband.

Eisberg der Spitzel

3. Juni 2008

Neuesten Berichten zufolge waren die Spitzelbeauftragten nicht nur für die Telekom zuständig, sondern haben auch für die deutsche Bahn gearbeitet. Die Behauptung, jeder der Überwachungsfälle sei ein nur aus sich selbst zu verstehender Sonderfall, zerbröselt damit.

Offenkundig reichte der bisherige Datenschutz, der für Privatfirmen galt, in keiner Weise aus, um Ausspähung zu verhindern. Zumindest die Beträge der Strafgelder müssten vertausendfacht werden, um eine zureichende Abschreckungswirkung zu erzielen. Vor allem aber müssten die Konrrollen weit intensiver gehandhabt werden. Bisher wurden offenbar nicht einmal die Eisberge wahrgenommen, ganz zu schweigen vom Archipel der Spitzelei unter der Wasserlinie.

Selbstverpflichtung

30. Mai 2008

Laut Tagesspiegel hat Lidl bei der Überwachung von Angestellten und Kunden an der Eingabe für Kartenzahlung gegen eine Selbstverpflichtung verstoßen.

Jetzt wird gefordert, die Industrie solle sich selbst verpflichten, nicht wie Telekom ihre Mitarbeiter zu überwachen. Traut man den bestehenden Gesetzen noch weniger als den Selbstverpflichtungen, die offensichtlich nicht eingehalten werden?