Posts Tagged ‘Wikipedia’

Die Wikipedia geht am 21.3.19 aus Protest offline

16. März 2019

Mitteilung der Wikipedia:
„Seit über zwei Jahren beschäftigt uns die geplante EU-Urheberrechtsreform und vor allem die umstrittene Einführung sogenannter Upload-Filter. Tausende unserer Mitglieder haben uns allein im vergangenen Jahr in unserem Bemühen unterstützt, die Reform abzuändern, damit unter anderem die Arbeit der Wikipedia-Freiwilligen nicht eingeschränkt wird.
Eine Wikipedia-Ausnahme wurde zwar in die Reform aufgenommen, der freie Austausch von Informationen und Inhalten darf aber nicht auf eine Plattform im Netz beschränkt werden – darum setzen die Wikipedia-Autorinnen und -Autoren jetzt ein deutliches Zeichen gegen die Reform: Am kommenden Donnerstag wird die deutschsprachige Wikipedia für 24 Stunden abgeschaltet. Zwei Tage später, am 23. März, sind europaweit Demonstrationen geplant. Ende März will das EU-Parlament dann abschließend über den aktuellen Entwurf der Urheberrechtsreform abstimmen.“ ( Vereins-Newsletter Wikiversum )

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Wikipedia in der Praxis. Geschichtsdidaktische Perspektiven

1. Dezember 2015

Die Tweets zur Tagung am 27./28.11.15 in Basel.

Die Tweets in einer Datei

Referat von Daniel Bernsen: „Wikipedia als Geschichtslexikon in der 8. Klasse 

Forschung und Wikipedia

4. November 2011

Das US-Wissenschaftsmagazin RNA Biology hat seine Autoren aufgefordert, Kurzfassungen ihrer Aufsätze in die Wikipedia einzustellen.
Interessant ist die Diskussion von Autoren dazu in Nature.
In der Tat, die Grenze zwischen “nur Publikation allgemein anerkannten Wissens” und “Publikation aktueller Forschung” wird hier nur formell eingehalten, insofern der Wikipediaartikel zunächst nur im Benutzernamensraum entsteht und erst nach Veröffentlichung des Artikels in den Artikelnamensraum verschoben wird.

Interessant ist an der Nature-Diskussion übrigens auch der folgende Beitrag :
“You scientists, I’m sure, will have a merry time on Wikipedia, so long as your scope of study remains restricted to things like nuclear RNAs found in nematodes. Because these subjects won’t capture the attention of the teenaged and still-in-college administrators who lord over content in more popular areas like music, video games, and politicians, you’ll imagine Wikipedia to be a delightful environment.” (Gregory Kohs)
Kurz gesagt: Für Wissenschaftler wird es in der Wikipedia schön sein, so lange sie nur Artikel für wenig besuchte Seiten schreiben; denn dann werden die Teenager-Administratoren, die noch aufs College gehen und die über die populäreren Bereiche herrschen, nicht darauf aufmerksam.

Ein interessantes Feld. Übrigens könnte es ernsthaft gefährlich werden, wenn Wissenschaftler dereinst nur noch gelesen würden, wenn sie auf einer von “Volksadministratoren” beherrschten Internetseite publizieren. Dann könnte eine gefährliche Verengung wissenschaftlicher Diskussion entstehen, so wie heute Forschung dadurch eingeengt wird, das als besonders wertvoll die Forschung gilt, die viele Drittmittel (finanzstarke Sponsoren) auf sich zieht.

Was soll ein freiwilliger Filter für die Wikipedia?

23. August 2011

Die Wikipedianer diskutieren gegenwärtig über die Einführung eines Filters, damit die Benutzer Inhalte, insbesondere Bilder, Videos und Tondokumente, die ihnen anstößig erscheinen könnten, von vornherein für sich ausblenden, aber auch wieder für sich zugänglich machen können.
Dazu die ZEIT.
Interessant ist dabei auch immer wieder Originalton von Wikipedianern, der immer wieder deutlich macht: Wikipedianer sind sich meist nicht einig, nur in einem stimmen sie überein: Sie wollen eine gute Enzyklopädie freien Wissens.
Was aber ist gut? Braucht man dazu einen Filter?

Nachrichten über die Arbeit der Wikipedia und ihre kommerziellen Abstauber

30. Januar 2011

Die Wikimedia Foundation hat eine Reihe von Einführungsmaterialien für potentielle Wikipediaautoren und Wikipediaanfänger erstellt, zunächst liegen sie nur auf Englisch im Bookshelf-Programm vor.

Der Wikipediaautor Andreas Weigel hat festgestellt, dass ein Buch über James Joyce für über 20.- € bei Amazon verkauft wird, zu dem er etwa die Hälfte beigetragen hat, ohne es zu wissen. Es besteht nur aus Wikipediaartikeln und interessierte ihn wegen des Gegenstandes – schließlich ist er Joyce-Kenner. Welche Enttäuschung für ihn, dass er nur erhielt, was in der Wikipedia besser vorliegt. Ich zitiere:

Als Konsument warne ich vor diesen fragwürdig produzierten Büchern, weil sie nur thematisch zusammengehörende „Wikipedia“-Artikel stark unterschiedlicher Qualität enthalten und über „Amazon Marketplace“ für einen Preis verkauft werden, der in keinem vertretbaren Verhältnis zum Gebotenen steht. Käufer, die sich für die im Buchtitel genannten Themen interessieren, erhalten im vorliegenden Fall für den Buchkaufpreis von 22,19 Euro Artikel, von denen sie bei Wikipedia aktuelle und bebilderte Versionen kostenlos lesen, kopieren und ausdrucken können.

Vom Serienbrief zum Serienbuch

Das Buch wurde gleichsam als Serienbuch produziert, weshalb die nachfolgende Kritik wahrscheinlich auf sämtliche 54.000 Titel von „Bucher LLC“ zutrifft.
Wikipedia Kurier vom 20.10.2010

Geschichte der Wikipedia

11. Juni 2009

Eine kleine Geschichte der Wikipedia in Dokumenten erhält man, wenn man in der Aufstellung Der erste Artikel von Hans Kohberger die Artikel nicht nach den Erstellern, sondern nach dem Datum der Erstellung ordnet.
Man sieht, dass die Ansprüche an einen ersten Artikel von 2001 bis 2009 offenkundig deutlich gewachsen sind.

Schwarmintelligenz

7. Februar 2009

Schwarmintelligenz und das Lenken eines Schwarmes widersprechen sich.
Die Intelligenz kommt von der Masse unterschiedlicher Sehweisen, sie rührt also von dem her, was im Schwarm das Chaos ausmacht.
Das führt bei der Wikipedia dazu, dass Tausende von Artikeln entstehen und dass immer neue Abzweigungen entstehen.
Schwarm lenken bedeutet: Regeln (z.B.  Löschregeln der Wikipedia) und Konzentration (nicht zu viele Wikis).
Alle Konzentrationsbemühungen können aber nicht verhindern, dass – im Fall, dass im Schwarm auch intelligente Lebewesen sind – Neues entsteht, was der Leitende („Führer“) nicht geplant hat, vielleicht auch etwas, was er eigentlich vermeiden wollte.

Wie lehrt man?

29. Januar 2009

Platons Sokrates und Rousseau (in Emile) sind davon ausgegangen, dass man dem Lernenden die Möglichkeit eröffnen sollte, sich neues Wissen zu verschaffen (”Wissen kostruieren” würde J-P Martin es nennen).

Dafür muss insbesondere Platons fiktiver Sokrates immer wieder den Hochmut der Unwissenden überwinden, damit sie entdecken können, was es für sie zu lernen gibt.

Lehren bedeutet nicht, den Lernenden mit „Wissen“ zu bedienen, sondern ihm den Weg zu eröffnen, sich Wissen zu verschaffen.

Im Zusammenhang mit der Wikipedia bedeutet das für mich: Ich würde Lernenden nicht die Wikipedia empfehlen, denn Erleichterungen sprechen sich sowieso rasch herum. Aber ich würde jedem Lernenden empfehlen, für Wikipedia zu schreiben zu versuchen, denn dabei ist die Chance groß, dass er Wissenslücken entdeckt, bei sich und in der Wikipedia. Und dass er dann versucht, sie zu schließen. (Wenn er lernfähig bleibt, wird er ein Leben leben lang damit beschäftigt sein. Aber natürlich braucht es dafür nicht die Wikipedia.)

Wikipedia und Forschung

19. Dezember 2008

Das US-Wissenschaftsmagazin RNA Biology hat seine Autoren aufgefordert, Kurzfassungen ihrer Aufsätze in die Wikipedia einzustellen.
Interessant ist die Diskussion von Autoren dazu in Nature.
In der Tat, die Grenze zwischen „nur Publikation allgemein anerkannten Wissens“ und „Publikation aktueller Forschung“ wird hier nur formell eingehalten, insofern der Wikipediaartikel zunächst nur im Benutzernamensraum entsteht und erst nach Veröffentlichung des Artikels in den Artikelnamensraum verschoben wird.

Interessant ist an der Nature-Diskussion übrigens auch der folgende Beitrag :
„You scientists, I’m sure, will have a merry time on Wikipedia, so long as your scope of study remains restricted to things like nuclear RNAs found in nematodes. Because these subjects won’t capture the attention of the teenaged and still-in-college administrators who lord over content in more popular areas like music, video games, and politicians, you’ll imagine Wikipedia to be a delightful environment.“ (Gregory Kohs)
Kurz gesagt: Für Wissenschaftler wird es in der Wikipedia schön sein, so lange sie nur Artikel für wenig besuchte Seiten schreiben; denn dann werden die Teenager-Administratoren, die noch aufs College gehen und die über die populäreren Bereiche herrschen, nicht darauf aufmerksam.

Ein interessantes Feld. Übrigens könnte es ernsthaft gefährlich werden, wenn Wissenschaftler dereinst nur noch gelesen würden, wenn sie auf einer von „Volksadministratoren“  beherrschten Internetseite publizieren. Dann könnte eine gefährliche Verengung wissenschaftlicher Diskussion entstehen, so wie heute Forschung dadurch eingeengt wird, das als besonders wertvoll die Forschung gilt, die viele Drittmittel (finanzstarke Sponsoren) auf sich zieht.

Was gehört in die Wikipedia?

31. Oktober 2008

Über diese Frage wird gegenwärtig hier diskutiert.
Wie anerkannt Forschungsinhalte sein sollten, bevor sie in die Wikipedia aufgenommen werden, das ist meiner Meinung nach keine leicht zu entscheidende Frage.
Was ich sehr bedauere, ist dass nicht nur Forschung, sondern auch Erfahrungswissen dort so wenig Eingang findet. Es wäre doch hochinteressant, wenn solches Wissen zentral dokumentiert werden könnte, ohne dass für alles schriftliche Belege zitiert werden müssen.