Posts Tagged ‘Willensfreiheit’

Sind göttliche Allmacht und menschliche Freiheit vereinbar?

24. Juni 2016

Wegen der logischen und ethischen Paradoxa, die sich aus einer Verbindung von göttlicher Allwissenheit und menschlicher Freiheit ergeben, bleibt für ein modernes Gottesbild nur die Vorstellung, dass Widersprüche zu menschlicher Logik kein Hinderungsgrund für Wahrheit sein müssen.
Diese Vorstellung des verborgenen Gottes (https://de.wikipedia.org/wiki/Deus_absconditus), gibt es in der Theologie spätestens seit Luther.
Aber auch die Wissenschaften sehen den Satz vom ausgeschlossenen Dritten schon längst als überholt an. So z.B. bei den imaginären und komplexen Zahlen (vergleichsweise trivial), noch grundsätzlicher bei Schrödingers Katze und bei der Quantentheorie allgemein. Danach gibt es nicht nur das – scheinbar – ausgeschlossene Dritte, sondern es gibt überhaupt keine gültige Wahrheit, weil die jeweilige Wahrheit durch das Experiment erzeugt wird.
Die menschliche Freiheit ist sozusagen nicht größer als die, die nach der Quantentheorie jedem einzelnen Quantum zukommt. Das von dir angesprochene Paradoxon also trivial.
Die christliche Theologie hat das Problem aber ebenfalls schon längst durch die Vorstellung „höher als alle menschliche Vernunft“, „bei Gott ist kein Ding unmöglich“ und „credo quia absurdum est“ usw. aufgelöst.
Die ersten Formulierungen in dieser Richtung finden sich schon bei Paulus (

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Quantenmechanik, Willensfreiheit und Finanzspekulation

1. Mai 2010

Durch einen Aufsatz  von H-J. Niemann (danke Xaver!), der die Folgen der Quantenmechanik für das naturwissenschaftliche Verständnis der Willensfreiheit und der Offenheit sozialer Prozesse veranschaulicht, bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Popper schon in der Logik der Forschung die Erkenntnisse der Quantenmechanik (vgl. propensities) schon so stark einbezogen hat, dass er die Offenheit der Geschichte auch von daher gegen das deterministischere Weltbild von Marx verteidigen konnte.

Da im 19. Jahrhundert das naturwissenschaftliche Weltbild weit deterministischer geprägt war als im 20. seit Entwicklung der Quantenmechanik, liegt es nahe, dass – wenn nicht Marx, so doch zumindest Lenin und Stalin – tatsächlich stärker an eine Determiniertheit sozialer Vorgänge geglaubt haben, als uns das aufgrund unseres gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Weltbildes in den Sinn kommen will.

Dass Poppers Überlegungen zur Darstellung von Zufallsfolgen über mathematisch fest bestimmte Reihen mir verständlich gemacht haben, dass die Mathematiker, die die neuen Papiere gebastelt haben, tatsächlich geglaubt haben, dass sie das Risiko so klein und so gut verteilt hätten, dass es tatsächlich in aller Praxis verschwunden wäre, wäre noch zu erläutern.

Es könnte sein, dass sie vom finanziellen Zusammenbruch überrascht wurden wie die Anwender der Enigma von der Entschlüsselung ihres scheinbar so sicheren Chiffriersystems.