Wir sind das Volk

„Wir sind das Volk“ wurde bei Demonstrationen in der DDR gerufen. Und ohne die Unterstützung durch die SU hatte die DDR-Führung, nachdem sie sich auf Helsinke eingelassen hatte, langfristig wohl wirklich nicht mehr viele Mittel.
Der Fernsehfilm „Wir sind das Volk“ wurde sehr positiv besprochen, die realitätsnähere Darstellung im Vergleich zu „Das Leben der Anderen“ herausgestellt. Nachdem ich beide Folgen gesehen habe, muss ich freilich feststellen, dass der Titel „Liebe kennt keine Grenzen“ besser passte. Ein Action- und Spannungsfilm, der die Handlung allein auf den 9.11.1989 ausrichtete. Viele Schnitte. Nun ja.

Die erste Folge hatte mich trotz des Schocks am Anfang noch etwas stärker erreicht:

Mann auf der Mauer liegend, an seinem Arm hängt ein anderer. Er hängt, hängt. Schüsse. Beide werden getroffen. „Nicht loslassen!“ Langsam, langsam löst sich eine Hand. Die Schüsse haben aufgehört. Der auf der Mauer fällt mit dem Rücken zuerst auf den Boden. Links und rechts der Mauer liegen in gleicher Haltung auf dem Rücken je ein Mann.

Nach dieser Einstellung musste ich erst einmal raus und Mut sammeln, um dennoch weiter zusehen zu können.
Alles sah wie Studioaufnahme aus. Meine Einfühlung in Filmhandlung, die mich sonst auch bei kitschigen Streifen niccht verlässt, war weg. Doch nach einiger Zeit habe ich mich erholt. Dabei half
die Werbung. Zum Glück fand sich zwei Klicks nebenan ein Film über Krieg in und Flucht aus Ostpreußen. Bilder von Göring, Hitler, Evakuierung als Relativierung und Parallelisierung zu der dargestellten DDR-Situation.
Zwar entging mir auf diese Art etwas in „Wir sind das Volk“ , z.B. der Übergang in den Dokumentarteil. Aber diese Art der Ästhetik hat mir schon besser gefallen.
Wir dürfen dankbar sein, dass wir von der Geschichte aus unserer Lebenszeit vor allem die erfreuliche mitbekommen haben. Es gibt viel Verlassenheit in einem Leben, das in Diktaturen geführt wird und in das Krieg einbricht.

„In der werberelevanten Zielgruppe“ gab’s über 2 Millionen Zuschauer, macht 17,5 Prozent. Offenkundig gehöre ich nicht zur Zielgruppe, weil ich die Werbung nicht gesehen habe. Doch der Vollständigkeit wegen sollte ich mitteilen: Die permanente Demütigung im Gefängnis und der Versuch, möglichst viel negative Gefühle in der Vernommenen zu wecken, ohne gleich körperlich foltern zu müssen, war durchaus eindrücklich ind bedrückend.

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