7. Juli 2009 by apanat
130 000 offene Stellen gibt es im Handwerk. Bei der Bundesanstalt für Arbeit sind 200 000 Handwerker gemeldet, die Arbeit suchen. Es gelingt der BfA aber nicht, sie zu vermitteln. Einer der Gründe ist das negative Image von Hartz-IV-Empfängern in der Öffentlichkeit, berichtet die Netzzeitung.
Obwohl viele der gemeldeten Handwerken noch vor wenigen Monaten sehr erfolgreich gearbeitet haben und nur wegen Schwierigkeiten ihres Betriebs ihren Arbeitsplatz verloren haben, zögern Betriebe, sie einzustellen.
Der volkswirtschaftliche besteht beileibe nicht nur in den Unterstützungszahlungen, die der öffentliche Sektor leisten muss, statt dass der Staat Steuern erhält, sondern auch darin, dass den Handwerksbetrieben Umsatz und Marktanteile wegbrechen, weil sie Aufträge nicht übernehmen können.
Nun unternimmt die BfA eine große Imagekampagne für die Hartz-IV-Empfänger. Das Geld hätte man sich sparen können, wenn man sie gar nicht erst schlecht gemacht hätte.
Schlagworte: Bundesanstalt für Arbeit, Handwerk, Hartz IV
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3. Juli 2009 by apanat
Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, wie es (am 28.5.09 in der Zeit) behauptet wurde, hat jetzt der Blogger Stefan Niggemeier von zwei Seiten erfahren.
Zum einen wurde er angegriffen, weil er es nicht unmöglich mache, dass Kommentatoren bei ihm gesetzwidrige Sachen sagten. Als er das zu verhindern suchte, griff ihn der Datenschutz an, weil er IP-Adressen speichere, um unliebsame Kommentatoren aussperren zu können.
Er ist in der Zwickmühle.
Schlagworte: Blog, Blogkommentar, Datenschutz
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3. Juli 2009 by apanat
Die gegenwärtige Blogosphäre reicht für die heute notwendige politische Öffentlichkeit nicht aus; denn für die Begleitung der Arbeit des Europäischen Parlaments brauchen wir eine europäische Öffentlichkeit. Dazu gehört eine Diskussion über die nationalen Grenzen hinweg von Personen, die die europäische Gesamtsituation im Blick haben.
Die gegenwärtigen großen nationalen Zeitungen können das nicht leisten. Einzelne Blogger könnten es für bestimmte Bereiche, aber hier setzt oftmals die Sprachbarriere Schranken. So erreichen sie nicht, dass sie von einer breiten europäischen Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
Das können nur europäische Zeitungen erreichen, die in mindestens drei Spachen erscheinen und wo schon die redaktionsinternen Diskussionen international geführt werden.
Schlagworte: Öffentlichkeit, Blogs, Europäische Öffentlichkeit
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2. Juli 2009 by apanat
Die Nachdenkseiten bringen einen Kommentar von Franz Segbers zu der Stellungnahme der EKiD zur Finanz- und Wirtschaftskrise (Wort des Rates der EKD [PDF - 116 KB]). Ich kann verstehen, dass Andreas Müller die Stellungnahme kritischer beurteilt. Umso erfreulicher, dass er darauf aufmerksam macht.
Ich selbst war recht enttäuscht über das Lob der Manager und der Marktkräfte, die in der letzten Schrift der EKiD zu finden waren, und finde diese Stellungnahme einen Fortschritt. Für eine fundiertere Stellungnahme müsste ich mir den Text aber erst genauer ansehen.
Schlagworte: EKD, Finanzkrise
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2. Juli 2009 by apanat
Ein paar Zahlen:
Das durchschnittliche Verhältnis von Forderungen zu Eigenkapital ist in den US-Banken 12:1, in britischen Banken 1:24, bei deutschen 1:52. (So die Zahlen der New York Times)
In den USA liegt die Zahl der Forderungen der Banken bei 50% des Bruttoinlandsprodukts. In der EU bei 330%. (Meine Quelle für die Zahlen: ZEIT v.2.7.09, S.19)
1931 meinten die Kommentatoren der Weltwirtschaftskrise, das Schlimmste sei vorbei. Es kam die Arbeitslosigkeit von 1932, die NSDAP vergrößerte ihren Stimmenanteil um ca. 100% und 1933 wurde Hitler Reichskanzler.
Zum Schutz vor diesen Gefahren hat der deutsche Gesetzgeber ein Kreditausweitungsverbot (Schuldenbremse) für die öffentliche Hand verfassungsmäßig festgeschrieben. Das ist nicht geeignet ,Verständnis dafür zu wecken, was der Staat in der Krise wird tun müssen, um Schlimmeres zu verhindern.
Schlagworte: Banken, Finanzkrise
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1. Juli 2009 by apanat
Während ich beim vorigen Eintrag auf die Prognose der BIZ hingewiesen und sie bewertet habe, betrachten die Nachdenkseiten vor allem die Sicht des BIZ-Berichts auf mögliche Verantwortliche der Finanzkrise.
Was als ein Blog zu völlig gemischten Themen startete, wird – wie ich inzwischen bemerke – mehr und mehr zu einem Blog, der Aspekte der Finanzkrise kommentiert. (Dennoch werde ich auf das Schlagwort nicht verzichten, denn es gibt ja auch andere Einträge hier.)
Schlagworte: Bank für internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, Finanzkrise
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30. Juni 2009 by apanat
Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem Jahresbericht zu 2009: “Der Finanzsektor muss schrumpfen, denn er ist zu groß geworden.” Und: “Die Eigenkapitalanforderungen an die Banken und ihre Risikovorsorge müssten an ihrer Gefahr für das Finanzsystem ausgerichtet werden.” (Frankfurter Rundschau, 30.6.09)
Vielleicht ist freilich die Unfähigkeit der Menschheit, ihr Finanzsystem zu steuern die letzte Chance, die Klimakatastrophe zu verhindern.
Schlagworte: Bank für internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, Deflation, Finanzkrise, Klimawandel, Stagnation
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29. Juni 2009 by apanat
Um etwa 65 Milliarden $ hat Bernard Madoff seine Kunden gebracht. Darunter waren auch viele Banken.
Jetzt ist er zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aber auch wenn man ihn nur für alle 2 Milliarden $ für ein Jahr ins Gefängnis geschickt hätte, hätte der 75jährige wohl keine großen Chancen, noch einmal freizukommen.
Die Größe des Schadens scheint mir symbolhaft für die Finanzkrise.
Schlagworte: Betrug, Finanzkrise, Madoff
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29. Juni 2009 by apanat
Da Josef Ackermann bei der Deutschen Bank offenbar alternativlos ist, braucht er nicht zu lernen und kann an 25% Kapitalrendite als selbstverständlichem Ziel festhalten, auch wenn er dann nie eine solide Absicherung sicherstellen kann.
Bemerkenswert ist freilich, dass auch kleinere Banken und deren Angestellte aus der Krise nichts gelernt haben, weil offenkundig niemand ernsthaft versucht hat, ihnen klarzumachen, wodurch es zur Finanzkrise gekommen ist.
Laut Studie vom Bundesverband der Verbraucherzentralen und ZDF WISO gelingt es 24 von 25 Bankberatern nicht, die finanziellen Voraussetzungen der Kunden zu erfragen, so dass es ihnen möglich ist, daraufhin zu beraten. Es gilt wohl weiterhin die Vorstellung von Hilmar Kopper: Ein Bankmanager kann unmöglich Kreditrisiken beurteilen. Das müssen seine Kunden schon selber tun.
Und die Vorgesetzten entscheiden: die Mitarbeiter verkaufen, “was die Unternehmensleitung für gut befindet” (vgl. PC-Welt)
Schlagworte: Banken, Finanzkrise, Kopper, Manager
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27. Juni 2009 by apanat
Daniel Erk hat auf Stefan Niggemeiers Blog ein Plädoyer gegen Meinungsjournalismus gehalten. Dagegen hält mspro:
Als Leser lese ich Journalist x, der Fakt A mit Fakt B zusammenbringt. Oft kenne ich Journalist X schon und halte ihn für einen kompetenten Menschen/Vollidioten und bewerte das entsprechend. Oder schaue, ob ich seiner Argumentation folgen kann, sie evident finde. Dann lese ich meinst noch Journalist Y, der Fakt A auf Fakt C bezieht. Aha! Danach ziehe ich mir genüßlich zu Gemüte wie Blogger G bis R die Journalisten X und Y grillen, weil die ja eh keine Ahnung haben. Daraufhin schreibe ich endlich meine Meinung Z auf, weil ich finde, dass die ja noch gar nicht doll genug und so. Das alles nennt man das Diskurs und das ist unendlich informationtechnisch effektiver als jede Faktenaneinanderreihung, die man sich vorstellen kann. Und mehr Spaß macht es auch!
Recht hat er, insoweit er das Recht auf Meinungsjournalismus verteidigt. Aber das Aussterben des investigativen Journalismus ist sehr wohl zu beklagen.
Freilich, das hat Daniel Erk nicht getan, sondern die Fiktion aufgestellt, man könne einem breiten Publikum Fakten ohne Interpretation als Grundlage für Meinungsbildung bieten.
Dabei sollte doch spätestens seit “Yes Minister” bekannt sein, dass durch Informationsüberflutung jedes Urteil unmöglich gemacht werden kann.
Schlagworte: Fakten, Information, Meinung, Meinungsbildung
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