Archive for the ‘Schule’ Category

Wikipedia in der Praxis. Geschichtsdidaktische Perspektiven

1. Dezember 2015

Die Tweets zur Tagung am 27./28.11.15 in Basel.

Die Tweets in einer Datei

Referat von Daniel Bernsen: „Wikipedia als Geschichtslexikon in der 8. Klasse 

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Mehr Erfahrungen zum Lehren und zum Lernen für das Lehren

27. März 2013

Ich kenne Lisa Rosa als energische Vertreterin einer stark zurückgenommenen Lehrerrolle und als scharfsinnige Lerntheoretikerin. Manche ihrer Positionen erschienen mir zu optimistisch.

Jetzt hat sie darüber berichtet, wie ihre Theorie sich aus ihrer Praxis entwickelt hat. Einen überzeugenderen Bericht kann ich mir nicht vorstellen. Kein Wunder, dass gleich eine Reihe von KollegInnen sich angeregt fühlten, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Kaum ein Lehrer wird nicht zeitweise ähnliche Enttäuschungen erlebt haben wie Lisa Rosa. Ihre Darstellung ist eine überzeugende Ermutigung, sich dadurch zu einer gründlichen Überprüfung seiner Praxis anregen zu lassen.

Hier noch die Schilderung von Daniel Bernsen über seine Erfahrungen, die ihn zum Experimentieren im Geschichtsunterricht gebracht haben.

Eigentlich schreibe ich hier nicht über Schule …

1. Mai 2012

Aber ich möchte doch auf einen Lehrerblog hinweisen, der vielleicht besser als mancher andere klar macht, was am Lehrerberuf reizt und was ihn so schwer macht: sovielzumthemaschule von Frau Falke.

Als Zyniker würde man sagen, ein Glück, dass Referendare schon früh darauf hingewiesen werden, wie schwer der Beruf ist.

Aber eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist sicher nicht die richtige Antwort, wenn man feststellt, dass in dem Berufsfeld immer neue Probleme/Herausforderungen hinzukommen: erziehungsunfähige Eltern, Inklusion, Amokläufe.

Wie schreibt Frau Falke: „Ganz ehrlich, das hält doch kein Mensch aus. Wann war das? Wie kannst du das so lange mit dir herumtragen?““

Blogparade zu offenen Bildungsinhalten

21. November 2011

Diskutiert wurde die Möglichkeit, Schulbücher durch offene Bildungsinhalte zu ersetzen, schon länger. In Deutschland hat sie durch den „Schultrojaner“  deutlich an Schwung gewonnen. Zunächst wurde sie in Twitter und Etherpads diskutiert, als Bloggerthema groß herausgebracht hat sie dann Herr Larbig. Die Blogparade wurde aber erst durch Klaus Dautel  mit „Komm! Ins Offene, Freund!“ (bei ZUM-Unity und CSpannagel) angestoßen.

Es folgten Gibro auf dem Dotcom-Blog mit CC-Lizenzen für offene Bildungsinhalte und Fontanefan mit Lehrfreiheit und offene Bildungsinhalte als ausdrücklichen Blogparadebeiträgen. Aber auch Damian Duchamps mit Tragt die CC in die Lehrerzimmer [wichtig ist hier der in einem Kommentar gegebene Hinweis auf die Probleme mit nc-Lizenzen) und Lehrerfreund mit segu – Das kostenlose Geschichtsbuch im Internet greifen das Thema in der Bloggerszene auf. Die Twitterdiskussion geht ohnehin weiter.

Was lässt sich bei der Diskussion beobachten?

Im Nu wird über verschiedenen Lizenzen diskutiert und darüber, wer zuerst und am effektivsten die Idee der offenen Bildungsinhalte propagiert hat, und schließlich darüber, wie sie am übersichtlichsten zu ordnen seien. Dabei ist doch das Wichtigste, offene Bildungsinhalte zu erstellen, und vorhandene Bildungsinhalte freizustellen.

Deshalb möchte ich dazu aufrufen, dass jede Organisation und jeder einzelne, der Bildungsinhalte (oder ganz unfeierlich gesagt: Unterrichtsentwürfe und Arbeitsblätter) gesammelt hat, diese zur offenen Verwendung zur Verfügung stellt. Teilweise geschieht das schon, z.B.  im ZUM-Wiki, teilweise bestehen noch mehr oder minder große Hindernisse, z.B. bei ZUM.de, bei 4teachers und bei lehrer-online.de.

Allen möchte ich mit Klaus Dautel und Hölderlin sagen: „Komm! Ins Offene, Freund!“

Eine Möglichkeit ist es, seine offenen Inhalte im ZUM-Wiki unter einem Stichwort zu verlinken oder, wenn es umfangreichere Sammlungen sind, unter Offene Bildungsinhalte einzutragen. Weitere werden folgen.

Nachsatz vom 23.11.:

Eine Zusammenfassung der Aktivitäten zur Verbreitung offener Bildungsinhalte auf dem educamp Bielefeld 2011 und es herum bietet jetzt Herrn Larbigs Blogbeitrag: OER – Freie Bildungsmedien: Das Netzwerk entsteht!
Nachtrag vom 28.11.:
Erst heute entdecke ich den Beitrag von Ralf Klötzke:
Umfrage und Links zum Thema „Offene Bildungsinhalte“ vom 27.11.  in Landeskunde

Ein Kompendium von Argumenten gegen die Bildungswirksamkeit von Web 2.0

16. Mai 2009

Die neue Wissenskultur ist eine des rasant lernfähigen Dilettantismus, einer hypereffizient flachen Hierarchie der Wissenskommunikation zwischen Blogs und Wikis und Unkonferenzen, auf denen das Publikum mehr zum Thema zu sagen hat als der Referent.

Kürzer, als es Christian Heller hier getan hat, wird man kaum zusammenfassen können, welcher Illusion manche Befürworter von Web 2.0 unterliegen. Der Einzelne schafft sich sein neuronales Netz. Hilfe überflüssig.
Dagegen setze ich Lernen durch Lehren: Erst was man lehren kann, hat man richtig gelernt. Aber dazu muss man Lehren lernen, d.h. man muss lernen, wie man das, was im Netz auf einen einströmt, sinnvoll organisiert.
Dabei kann einem geholfen werden: durch Vorbilder und durch Kommunikation.

Nachtrag vom 16.3.2010:

Diese Kritik an der Illusion bedeutet aber nicht, dass ich die Möglichkeiten von Web 2.0 geringschätzte. Die Gesprächskultur im Internet bietet Diskussionsmöglichkeiten, wie man sie vor Ort nur selten findet.

Nachtrag vom 11.7.:

Vgl. dazu jetzt auch Fontanefan.

Lernen durch Lehren in Ludwigsburg

14. Mai 2009

Über den Tag zu Lernen durch Lehren (LdL) informiert die Seite der LdL-Community.
Wesentliches zur Auswertung des Tages findet man in dem  Blogbeitrag von Herrn Larbig und der darauf folgenden Diskussion.

Doping für Arbeitswelt und Rendite

9. Mai 2009

»Ritalin ist die Droge für die Pflichterfüller-Generation.« Es ist etwas Wahres daran: In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis.

So schreibt ein anonymer Philosophiestudent, der Ritalin im Selbstversuch nahm, am 18.2.09 in der ZEIT.
Es ist aber eine Droge, die mehr und mehr Schulkinder nehmen, um dem ADS-Syndrom zu entkommen, an manchen Schweizer Schulen sieht man Ritalin durchaus recht positiv. In der Tat sind viele Schüler so leicht ablenkbar, dass man sich kaum vorstellen kann, wie sie den erhöhten Anforderungen, die G8 mit Sprach- und Mathematikunterricht in der 8. und 9. Stunde mit sich bringt, gewachsen sein sollen. Und die Wirtschaft braucht immer qualifiziertere Arbeitskräfte. Schließlich dopen auch viele Manager und auch kleine Angestellte, um dem Druck am Arbeitsplatz standzuhalten.

Freilich, eine Droge ist es, und immer wieder einmal kommt es nach Ritalineinnahme zu Todesfällen.

Um 1969 beobachtete man in den USA, Anfang der 70er Jahre dann auch in Deutschland das Phänomen, dass die von Keynes empfohlene Wirtschaftssteuerung durch Deficit spending nicht mehr recht funktionierte. Trotz hoher Investitionen des Staates gelang die Ankurbelung der Wirtschaft nicht mehr wie beabsichtigt. Man erfand für die neue Kombination von Inflation trotz fehlendem Wachstum das Kunstwort Stagflation.
Dann kam die angebotsorientierte Wirtschaftssteuerung mit immer weiter um sich greifender Deregulierung auch für Geldinstitute. Endlich konnten die Banken in Eigenständigkeit neues Geld schaffen und zugleich die neuen Finanzprodukte, die das zusätzlich geschaffene Geld aufzusaugen imstande waren und so gewaltige zusätzliche Umsätze und Gewinnmöglichkeiten schufen und dennoch Inflation verhinderten (Basel II).
Inzwischen hat die Finanzkrise Katerstimmung verbreitet und zur stärksten Rezession in der produzierenden Wirtschaft seit Jahren geführt und das trotz einmalig hoher Staatshilfen und -garantien und noch ehe die faulen Wertpapiere überhaupt schon alle erkannt und ausgeschieden wären.
Es schien so ein schönes Mittel zu sein, jetzt leidet die Weltwirtschaft unter Entzugserscheinungen.

Fortwährendes Wachstum führt in die ökologische Katastrophe. Warum sollten wir die Wirtschaft dopen, damit sie künstlich noch schneller Ressourcen, Energie und unsere Lebensumwelt verbraucht?

Ohnmacht, Sexualität und das Böse

28. März 2009

Jean-Pol Martin sieht als wesentliche Voraussetzung dafür, dass Schüler bereit sind, selbst den Lernprozess ihrer Gruppe mitzugestalten, wie das bei „Lernen durch Lehren“ vorgesehen ist, dass sie anspruchsvolle, für sie interessante Themen ageboten bekommen.
Als drei solche Themen sieht er für Schüler der Sekundarstufe Ohnmacht, Sexualität und das Böse. (Wenn man an Finanzkrise, Internet und Terrosimusdrohungen denkt, kann man übrigens fesstellen, dass diese drei Theman für einen sehr hohen Prozentsatz der Erwachsenen weiterhin zentrale Erfahrungen bleiben.)
Diese drei Themen behandelt er daher am Beginn der Sekundarstufe im Französischunterricht.

Der […] Unterricht verläuft in der Form eines „Durchziehers“ durch die Geschichte und die Literatur, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Für jede Epoche wird zunächst der historische Kontext geschildert, bevor einzelne Werke zur Aktualisierung der Subjektperspektive herangezogen werden.
Die Schüler halten Kurzreferate auf der Grundlage von Texten, die aus Lagarde/ Michard entnommen werden. Nach dem Vortrag wird ein vom jeweiligen Referenten angefertigter Lückentext an die Klasse ausgeteilt und unter seiner Leitung ausgefüllt.

Dass er bei dieser Methode bald zu anspruchsvoller Nietzsche-Interpretation vorstoßen kann, zeigt er in Wiki und auf seinem Blog.
Die drei Themen scheinen mir in der Tat für viele Altersgruppen interessant.

Wie der Lehrer bei Lernen durch Lehren lehrt

10. Februar 2009

Zu Recht wollen Leute, die sich in einen neues Arbeitsfeld einarbeiten wollen, nicht, dass jemand ihnen sagt: „Bringt euch das mal gegenseitig bei.“

Wozu hat man den Kenner der Materie, wenn er nicht aktiv wird?

Nur, wenn er seine Materien sehr gut kennt, kann er auch beurteilen, was davon einzelne (oder ein Team von zwei oder drei) sich selbst erarbeiten können und was nicht.
Dass der aber, wenn er LdL gelernt hat und es für die betreffende Lehraufgabe für die richtige Methode hält, besser über LdL lehren kann, muss man erst erfahren. Das lässt sich nicht erklären.
Wenn man Jean-Pol Martin aufmerksam liest, wird man feststellen, dass er, sobald er LdL nicht mehr plakatieren will, sondern versucht, es verständlich zu machen, immer weniger von den Schülern und immer mehr von seinen Aktivitäten spricht. Die Schüler sprechen übrigens auch weniger von ihren Aktivitäten, wenn sie LdL erklären wollen, als von denen des Lehrers.

Zu Recht sagt Martin, dass er nicht sagen kann, was er macht, sondern, dass man ihn dabei erleben muss. Zum Lernen braucht man den Experten. Aber der sollte beurteilen können, wann und wo die Eigeninitiative der „Schüler“ einsetzen kann.

Die übliche Erfahrung ist doch, dass nur die, die von der Sache nicht viel verstehen, die Verantwortung für das Lernen der Gruppe gerne abgeben.  Der Experte gibt die Verantwortung nicht ab. Nur wird er verhindern, dass ein Gruppenmitglied seine Verantwortung abgibt. Das zu verhindern, dafür scheint LdL recht geeignet.

LdL-Community

27. Januar 2009

In Vorbereitung eines Tages zu Lernen und Lehren am 9.5.2009 in Ludwigsburg findet sich hier die LdL-Community von LdL-Experten und Interessierten zusammen.